Tangermünde l Völlig umgehauen habe es ihn, als er das erste Mal durch Tangermünde fuhr. Thomas Teubner, Produzent des Films, ist hin und weg. "Keiner von unserem Team war schon mal hier. Jetzt merken wir, dass das ein großes Versäumnis ist. Wir sind alle ganz begeistert von der Stadt."

Das Urige und das Gemütliche habe Tangermünde für den Film attraktiv gemacht, erzählt Teubner. "Es geht um die Geschichte eines Milchbauern. Hier ist sehr viel weites Land. Davon wollen wir erzählen, von der Schönheit, aber auch der Einsamkeit."

Für Birgit Herzberg von der Stadtverwaltung Tangermünde klingt das Lob wie Musik in ihren Ohren. Natürlich, wer wünscht sich nicht solche Komplimente für seine Stadt. Tangermünde ist aber schon eine kleine Berühmtheit in Sachen Filmkulisse. Eigentlich werden hier andauernd Filme gedreht. Es ist wie ein kleines Hollywood in der Altmark eben, oder anders gesagt: Tangerwood. "Wir haben in den letzten Jahren immer drei bis vier Filmteams vor Ort gehabt", erzählt Herzberg. "Die bekannteste Produktion war `Das Bernsteinamulett` mit Nadja Tiller und Walter Giller." Für diese Familiensaga, wurde aber nicht nur Tangermünde, sondern weitere Altmarkorte mit einbezogen wie Döbbelin und Krumke.

Auch der Film "Blutmilch", der übrigens gar nicht Blutmilch heißen wird, "sondern irgendwie anders", laut Produzent Teubner, wird andere Schauplätze haben, allerdings nicht in der Altmark, sondern in Brandenburg und in Berlin.

Und wer jetzt denkt, dass es sich bei "Blutmilch" um einen reißerischen Krimi oder Thriller handelt, der sei auch schon vorgewarnt. "Es ist eher ein Film über große Gefühle, aber auch über die Not der Milchbauern, die mit den EU-Anforderungen jeden Tag um ihr Überleben kämpfen", ergänzt Teubner. Ins Fernsehen soll der Film 2015 laufen, wann genau, ist noch unklar.

Klar ist hingegen, dass sich Tangermünde wieder mit der Schauspiel-Prominenz bekannt gemacht hat. Für den Film konnten immerhin namhafte Schauspieler wie Anna Thalbach, Roman Knizka, David Rott und Max Hegewald verpflichtet werden. Und wer weiß, an wen diese Künstler die Altmark weiterempfehlen werden. So viel hochgelobte Idylle muss ja schließlich beworben werden.