Stendal l Sie sind zwischen 15 und 18 Jahre jung, im Nordwesten Litauens zu Hause und seit einer Woche in Stendal zu Gast. Die zehn Gymnasiasten aus der Stadt Vieksniai im Bezirk Mazeikiai sind mit ihrer Deutschlehrerin Gilma Plukiehe hier. Die Einladung kam von Hans-Joachim Kaschade: "Wir kennen uns schon sehr lange. Der Herr Professor unterstützt unsere Stadt, unser Gymnasium, und er hat auch hier vieles für uns organisiert", ist Lehrerin Plukiehe dankbar und nennt einige Beispiele: Die Podiumsdiskussion zum Regionalmarketing im BIC, die Existenzgründermesse, die Teilnahme am Unterricht in der Comeniusschule.

Gestern nun waren sie Gäste des Stendaler Landrats Carsten Wulfänger. Eine lockere Gesprächsrunde ohne größere Verständigungsschwierigkeiten. Die jungen Litauer lernen Deutsch an ihrem Gymnasium, die meisten von ihnen schon mehr als fünf Jahre.

Das ist auch ein Grund, warum sie gern nach Stendal gekommen sind: Sie wollen ihre Deutschkenntnisse verbessern, möglichst viel über Land und Leute erfahren. Wie lernt und studiert man hier? Was wird Jugendlichen geboten? Gibt es Arbeit für junge Menschen in der Region? Wie sieht es mit Freizeitangeboten aus? Wulfänger lässt sich gern löchern, erweist sich in den meisten Themen als sattelfest und erfährt seinerseits Interessantes. Zum Beispiel, dass diese Gruppe litauischer Gymnasiasten das "DSD" anstrebt,das Sprachdiplom Deutsch. Das weltweit anerkannte Zertifikat werden sie ab dem nächsten Jahr an ihrem Gymnasium in Vieksniai ablegen können. Und mit ihm in der Tasche wollen einige von ihnen in Deutschland studieren - Medizin, Wirtschaft oder Informatik. Und was der Landrat noch erfährt: Es bahnt sich eine Schulpartnerschaft an zwischen der Comeniusschule Stendal und dem Gymnasium Vieksniai. Beide Seiten seien daran sehr interessiert und sehr glücklich darüber, sagt Gilma Plukiehe. Seit Jahren sucht sie eine Partnerschule in Deutschland.