Das kostet der Straßenbau 2014
Osterburger Straße 1,45 Millionen Euro (anteilig Fördermitteln nach Entflechtungsgesetz zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse)
Marienkrirchstraße 550000 Euro (Fördermitel Stadtumbau und Sanierung)
Rohrstraße 230000 Euro (Fördermittel Stadtumbau)
Gneisenaustraße, Röxer Straße und Stadtseeallee 190000 Euro (Eigenmittel und Fördermittel Stadtumbau)

Stendal l Wer am Freitag in den Morgenstunden aus Richtung Süden nach Stendal hineinfuhr, wurde spätestens in der Lüderitzer Straße ab Einmündung Wittenbergstraße schlagartig "entschleunigt". Schrittgeschwindigkeit war das Maximum in dem Stau von Berufspendlern, Lieferfahrzeugen und Durchgangsverkehr hinauf zur Ampel Magdeburger Straße / Heerener Straße. Wer sein Ziel in der Innenstadt hatte, erreichte es etwa 20 Minuten später als sonst.

Vorgeschmack auf Kommendes?

Der Grund: In der Röxer Straße, für viele Pendler gern und regelmäßig genutzte Alternative in Richtung Innenstadt, wird gebaut. Der alte Straßenbelag wird abgefräst, ein neuer kommt drauf. Zwar lässt die Stadt diese Arbeiten halbseitig ausführen, aber gestern war die Straßenseite mit der stadteinwärts führenden Fahrbahn dran und folgerichtig nicht passierbar. Am Kreisel Dahlener Straße war Schluss. Also rechts ab in die Gardelgener und zurück auf die Lüderitzer Straße, die augenscheinlich überlastet war.

Die Stadtverwaltung bittet schon mal um Verständnis, denn baustellenbedingte Behinderungen werden sich auch in den nächsten Tage nicht vermeiden lassen. Die Fahrbahnen werden in den nächsten zwei Wochen bis voraussichtlich zum 4. Juli nicht nur in der Röxer Straße bis hin zum Kreisverkehr Erich-Weinert-Straße erneuert. Gleiches wird auch in der Gneisenaustraße, der Clausewitz- und der Körner-Straße passieren. Wie gesagt: halbseitig. Das heißt die Fahrbahnseite, auf der nicht gebaut wird, bleibt passierbar, immer in der Fahrtrichung und als Einbahnstraße.

Die großen Brocken dauern bis in den Herbst hinein

Anders in der Stadtseeallee. Sie bekommt ebenfalls bis zum 4. Juli im Abschnitt zwischen der Erich-Weinert-Straße und der Albrecht-Dürer-Straße eine neue Straßendecke. Dort soll der Verkehr in beiden Fahrtrichtungen an den Baustelle vorbeigeführt werden. Geparkt werden kann während der Bauzeit dort allerdings nicht und der separate Radweg wird nicht nutzbar sein.

Sechs Straßenbaustellen zeitgleich, warum?

Bevor die Stadt daran denken kann, solche Vorhaben in Angriff zu nehmen, braucht sie einen beschlossenen Haushaltsplan. Für das Jahr 2014 gab der Stadtrat dem Finanzpapier am 24. Februar grünes Licht.

Danach seien Ausschreibungstermine zu beachten gewesen, und: Straßenbauarbeiten können nur in den frostfreien Monaten ausgeführt werden, begründet die Stadtverwaltung, die sich im Sommer ballenden Straßenbauaktivitäten.

Auch Fußgänger müssen Umwege in Kauf nehmen

Dazu gehören auch die richtig große Brocken, die von der Stadt bis zum Herbst gestemmt werden müssen. Die Rohrstraße (voraussichtlich bis zum 30. September) und die Marienkirchstraße (Fertigstellung geplant bis 15. November) werden derzeit grundhaft ausgebaut. Das bedeutet Vollsperrung.

Nichts geht mehr, heißt es seit dieser Woche auch in der Osterburger Straße. Die Stadt nutzt die Tatsache, dass nun endlich die Eisenbahnbrücke in der Osterburger Straße abgerissen und neugebaut wird (die Volksstimme berichtete), um dem letzten, unsanierten Abschnitt der Osterburger Straße ein neues Gesicht zu verpassen. Darauf freuen dürfen sich die Stendaler schon jetzt, müssen dafür aber in Kauf nehmen, dass sie wahrscheinlich bis Mitte Oktober weite Umwege fahren und auch laufen müssen. Die Baustelle Osterburger Straße wird auch für Fußgänger nicht passierbar sein. Das gilt ebenso für die Borghardtstraße, da sie in die Baustelle mündet. Gesperrt ist auch die Mannsstraße und die Straße der Demo-kratie. Fußgänger können diese beiden Straßen aber weiterhin benutzen.