Döbbelin l Stiftungen haben es derzeit nicht leicht. Das niedrige Zinsniveau macht ihnen zu schaffen. Nicht anders ergeht es der Altmärkischen Bürgerstiftung, die vor drei Jahren in Stendal gegründet wurde und die unter anderem das Projekt "Bildung im Vorübergehen" organisiert. Stendaler Straßennamen werden mit erklärenden Zusatzschildern ausgestattet. "Die Zinsen sind derzeit so gering, so dass wir damit nicht viel auf die Beine stellen können", sagte Kay Timm am Freitag am Rande eines Stiftertreffens auf Schloss Döbbelin.

Für die schwierige Phase habe sich die Stiftung eine zweigleisige Strategie überlegt, sagte Timm, der vor kurzem den Staffelstab des Vorsitzenden nach anderthalb Jahren an Jürgen Lenski weitergegeben hat (die Volksstimme berichtete). Auf der einen Seite setze man auf ehrenamtliches Engagement und zweckgebundene Spenden, andererseits solle das Stiftungskapital, das derzeit bei rund 100000 Euro liegt, aufgestockt werden. Um letzteres Ziel hinzubekommen, lud die Stiftung am Freitag ehemalige Stifter, neue Stifter und Gäste nach Schloss Döbbelin ein.

10000 Euro für die Stiftung gesammelt

Es ging darum, mit einem geselligen Abend Geld für die Kapitalaufstockung zu sammeln. "Das ist uns sehr gut gelungen", sagte Jürgen Lenski. Insgesamt kamen 10000 Euro von den rund 50 Gästen zusammen.

Ehe es Deftiges vom Grill gab, das vom Hausherrn Alexander von Bismarck spendiert worden war, hielt der Volksstimme-Chefredakteur Alois Kösters den Festvortrag des Abends. Der 50-Jährige beschäftigte sich mit dem Thema Nachhaltigkeit und legte unter anderem dar, warum Fleder-mausbrücken an der A14 weniger mit ökologischer Nachhaltigkeit zu erklären sind, als mit politischen Mechanismen, die auf eher kurzfristigen Entscheidungen basieren.

Kösters erwähnte auch die Bremer Schaffermahlzeit, eine bis heute existierende Stiftungstradition, die bis in das Jahr 1545 zurückreicht. Angesichts der langen Existenzdauer ermunterte der Journalist die Verantwortlichen der Altmärkischen Bürgerstiftung, selbst auch einen langen Atem zu haben. Mit einem Augenzwinkern rechnete er vor, dass bereits in 80 Jahren das Stiftungskapital bei einer Million Euro liegen könnte, wenn im bisherigen Umfang Geld gesammelt werde.