Stendal l Ob Bäckerin, Metallbauer oder Gärtner, die Auswahl war groß am Dienstag auf der Last-Minute-Ausbildungsbörse im Stendaler Berufsinformationszentrum (BIZ). Auf Über 100 Lehrstellen konnten sich die 50 jungen Leute bewerben, die an diesem Tag den Weg ins BIZ fanden.

"Wir haben 70 bei uns als `suchend` gemeldete Jugendliche eingeladen", sagt die Pressesprecherin der Arbeitsagentur Stendal, Yvonne Papke. Dem Aufruf waren jedoch nur 25 von ihnen gefolgt, die anderen 25 Besucher haben von der Börse über andere Quellen erfahren. "Insgesamt 146 Vermittlungsvorschläge haben wir den jungen Leuten mitgeben können", resümiert Papke. Von denen hatten zehn Prozent Abitur und je 45 Prozent einen Haupt- oder Realschulabschluss.

Kaufmännische Berufe sind begehrt

Tom Berkau aus Staffelde hat seinen Realschulabschluss bereits im vergangenen Jahr gemacht, da war er auch schonmal bei der Lehrstellenbörse. Damals hatte Tom nichts Passendes gefunden, jetzt ist er erneut auf der Suche. "Kaufmann in der Lebensmittelbranche wäre was für mich", meint der 17-Jährige. Praktika in der Richtung haben ihm großen Spaß gemacht.

Tom wurde von seiner Freundin Dahlia Mertens begleitet. Sie ist zwar erst 15, will sich aber schon orientieren. "Ich kann mir vorstellen, als Verkäuferin zu arbeiten", sagt Dahlia. Dann müsse die Bezahlung aber auch stimmen.

Im kaufmännischen Bereich suchte auch Bianka Zakrzewski aus Stendal für ihre Tochter Gina einen Ausbildungsplatz. "Meine Tochter hat einen anderen Termin, darum gucke ich für sie, ob es Stellen als Bürokauffrau gibt", so Zakrzewski.

In Richtung Handwerk soll es für Danny Finke aus Birkholz gehen. Der 18-Jährige hat kürzlich seine Ausbildung zum Metallbauer abgebrochen, weil er mit seinem Chef nicht klar kam. Nun sucht er eine andere Lehrstelle in dem Bereich. "Mein Vater ist auch Metallbauer, das liegt also in der Familie", erzählt Danny.

Gegenüber den besonders begehrten Lehrstellen im kaufmännischen Bereich ist das Interesse an einigen Handwerksberufen eher bescheiden.

Wenig Interesse für Heizungs-Sanitär-Bau

"Besonders im Heizungs-Sanitär-Bau wird es problematisch", sagt Yvonne Papke. Aktuell seien rund 340 Jugendliche im Kreis ohne Ausbildungsplatz. Ihnen stehen mehr als 320 offene Lehrstellen gegenüber.

Die Last-Minute-Ausbildungsbörse fand bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr statt. "Sonst haben wir die Veranstaltung nur einmal im Jahr organisiert", sagt Papke. Eine dritte Ausbildungsbörse sei für August geplant.