30 Radfahrer aus allen Teilen Deutschlands, größtenteils Schornsteinfeger von Beruf, legten am Sonnabend nach 100 Kilometern einen Zwischenstopp in Tangermünde ein. Ihr Ziel: 1000 Kilometer in sieben Tagen von Lübeck nach Berlin. Auf ihrer Glückstour 2014 sammeln sie Spenden für krebskranke Kinder.

Tangermünde l "Ich bin so aufgeregt", sagt Nicole Engel. In wenigen Augenblicken wird sie einen Spendenscheck in unbekannter Höhe überreicht bekommen. Nicht für sich selbst, sondern für den Förderverein krebskranker Kinder Magdeburg. Die Stendalerin und ihr Mann Marco Ziehm haben mit Tochter Lena (6) erfahren müssen, wie wichtig es ist, in Krisenzeiten wohl umsorgt zu sein. Mit drei Jahren erkrankte Lena an Leukämie. Die Uniklinik Magdeburg wurde für die kleine Familie lange Zeit so etwas wie ein zweites Zuhause - allerdings nur, weil es dort ein Elternhaus gibt, viele Aktionen für die kleinen Patienten und deren Eltern. "Heute müssen wir zum Glück nur noch regelmäßig zur Kontrolle", erzählt Nicole Engel. Doch dem Förderverein sind Lena und ihre Eltern sehr dankbar. Deshalb nehmen sie gern Spenden für ihn entgegen.

Handwerker helfen Kindern

Zweimal 4250 Euro überreicht Hans Schreiber am Sonnabend an Vereine für krebskranke Kinder. Auch Uwe Robohm aus Lüchow-Dannenberg, er gründete 1995 mit seiner Frau Gudrun und betroffenen Eltern "Krebs-Kinder in Not", freut sich über das große Geschenk.

Hans Schreiber ist Vorsitzender des Vereins "Kaminkehrer helfen krebskranken Kindern". 2005 gegründet, ist er mittlerweile in ganz Deutschland aktiv. Zum 9. Mal starteten die Männer und auch Frauen des "Glücks"-Handwerks am 24. Juni zur "Glückstour". "Das Ziel ist immer der Ort, an dem der Bundesverbandstag der Schornsteinfeger stattfindet", erklärt Schreiber. Er beginnt heute in Berlin.

Auf ihrer 9. Tour verteilen die radelnden Schornsteinfeger alle Spenden, die sie im vergangenen Jahr auf ihrer Radstrecke eingenommen hatten. "140000 Euro gehen dieses Mal an 34 Vereine", sagt Hans Schreiber.

Seit Beginn der Aktion im Jahre 2006 haben die Kaminkehrer, wie sie im Süden Deutschlands genannt werden, auf diese Weise mehr als eine Million Euro an Spendengeldern überreicht. "Unser Verein hat das Ziel, die Forschung nach neuen Medikamenten zu unterstützen, denn die Chemotherapie war bisher die einzige Waffe im Kampf gegen den Krebs", berichtet Hans Schreiber. Außerdem fördern die Handwerker Rehakliniken, Wohnheime und viele andere Projekte, um betroffenen Kindern Leben, Freude und Lebensmut zu schenken. Für viel Aufmerksamkeit auf dem Tangermünder Marktplatz hatte Tangermündes Schornsteinfeger-Duo Reinhard und Roland Wegner (Vater und Sohn) gesorgt. Auch Bürgermeister Rudolf Opitz war mit dabei. Der Tangerhütter Schornsteinfegermeister in Ruhe, Siegfried Pianka, bot eine Erbsensuppe an. Der Magdeburger und auch ein Lüchower Verein für krebskranke Kinder stellten sich dem Publikum vor.

"Wir bedanken uns recht herzlich und werden gleich am Montag den Spendenscheck in Magdeburg übergeben", findet Nicole Engel Worte des Dankes.

 

Bilder