Theater funktioniert in der Regel so, dass ein Ensemble seinem Publikum ein Stück präsentiert und die Zuschauer es im schönsten Fall begeistert mit Applaus honorieren. Theater kann aber auch ganz anders aussehen.

Stendal l So zum Beispiel, wie es das Theater der Altmark (TdA) den Stendalern und gern auch jedem anderen Altmärker am kommenden Wochenende anbietet: als ein Fest zum Mitmachen. Konkret geht es um das Mitmachen beim Beleben eines Stücks leer stehenden Stendals in der nördlichen Breiten Straße. Wie bereits berichtet, lädt das Theater der Altmark mit einer Reihe von Partnern jedermann dazu ein, in der unteren Etage des ehemaligen Uppstall-Kaufhauses in der Breiten Straße 34/35 auf eine außergewöhnliche Entdeckungsreise zu gehen. Sie beginnt am Sonnabend um 11 Uhr.

18 Stationen können die Festbesucher im Ex-Kaufhaus in einer Art Schnipseljagd erkunden. Da wird es Aerobic-Vorführungen und Thai-Boxen geben, Heimatpuppen zum Bestaunen, einen Weg in die Vergangenheit zum Begehen, die Ästhetik der Hässlichkeit zum Betrachten... Stationen, die neugierig machen und alle irgendwie mit Heimat zu tun haben.

Eigene Gedanken zum Thema "Heimat" machen

Beides ist gewollt: Neugier wecken und damit Besucher anlocken, die das Thema Heimat - übrigens auch Spielzeitmotto des TdA - auf außergewöhnliche, mal ganz andere Art erleben.

So auch in einer zweigeteilten Ausstellung, die am Sonnabend um 12 Uhr eröffnet wird und auf die man geradewegs zusteuert, wenn man das Ex-Kaufhaus oder das ehemalige Sporteck gegenüber betritt. Studenten der Hochschule Magdeburg-Stendal haben sie gestaltet und Stendaler haben dabei mitgemacht. Ihre Gedanken zum Thema Heimat bilden eine Endlosschleife zum Erkunden.

Allerdings wird sich das TdA-Mitmach-Fest nicht nur auf das ausgeweidete, ehemalige Kaufhaus beschränken. Gefeiert werden darf und wird auch davor sowie links und rechts davon.

Der gesamte Straßenabschnitt zwischen den Hausnummern 31 und 37 wird zur Kultur-Festmeile. Die Straße wird zum Straßen-Café. An einem Glas Wein unterm Pavillon nippen, Pizza oder Kuchen kosten, Fotos auf der "grünen Wiese" machen, im TdA-Kunstkoffer stöbern, den Kindern beim Toben auf der Hüpfburg zusehen, sich an verschiedenen Ständen über kulturelle oder Vereinsangebote in der Stadt informieren und sich kulturell berieseln lassen. All das geht am Sonnabend, 28. Juni, in der Breiten Straße 31 bis 37 bis in den (hoffentlich lauen) Sommerabend hinein. Apropos "berieseln". Das Wort ist eigentlich viel zu schwach für das, was ab 21 Uhr auf der Festbühne geboten wird. Peter Rossow (Singer/Songwriter) wird live on Stage vor dem Ex-Kaufhaus zu erleben sein. Ab 22 Uhr sorgt die Band "hot turkeys" an gleicher Stelle für gute Laune. Höhepunkt des kulturell-volksfestlichen Treibens am Sonnabend wird ab 23 Uhr eine Lichtinstallation sein. Ein Künstler aus dem Brandenburgischen wird das leer stehende Stück Heimat, das ehemalige Kaufhaus-Gebäude, auf außergewöhnliche Art beleuchten - ein Highlight in des Wortes bestem Sinn.

Breite Straße wird zur kleinen Festmeile

Übrigens: Weil auch die Stendaler Stadtverwaltung zu den Mitmachern beim TdA-Heimatfest gehört, hatte sie auch kein Problem damit, diesen Bereich für die Stunden des Festes (Sonnabend von 11 Uhr bis Mitternacht) zur Fußgängerzone zu machen. Anders gesagt: Der Abschnitt Breite Straße 31 bis 37 inklusive der Zufahrt zum Uppstall-Kino ist während des Festes für den Fahrzeugverkehr gesperrt.Und wer die Ausstellungen im ehemaligen Uppstall-Kaufhaus und gegenüber (ehemals Sporteck) ganz in Ruhe genießen möchte, bekommt dazu am Sonntag, 29. Juni, von 12 bis 14 Uhr noch einmal die Gelegenheit.