Die letzte "Sonntagsmusik", die in der kleinen Briester Kapelle stattfand, gestaltete der Tangerhütter Kirchenchor unter Leitung von Wiebke Will. Das nächste Konzert wird "am neuen Spielort", im Gartenträume-Park Tangerhütte, über die Bühne gehen. Kulturhausleiter Sven Biermann lud alle Freunde der Konzertreihe schon einmal dorthin ein.

Briest l Von der wunderbaren Freude, die sich in der Musik vermehrt durch Liebe, Glanz und Leidenschaft, "Cum Decore, Cum Amore ...", sangen die 26 Mitglieder des Tangerhütter Kirchenchores am Sonntagnachmittag beim Einmarsch in die Briester Kapelle. Dort, wo sie schon vor 22 Jahren zu den Begründern der Konzertreihe "Sonntagsmusik" gehört hatten, setzten sie mit bekannten und weniger bekannten Liedern rund um die Natur, das Wandern und die Liebe sowie so manchem literarischen Highlight einen Schlussstrich unter die Briester Konzerttradition.

Daraus, dass ihnen die Schließung der Briester Kapelle als Veranstaltungsort der "Sonntagsmusiken" gar nicht gefiel, machten die Sänger keinen Hehl. Leiterin Wiebke Will sagte zur Begrüßung: "Wir hoffen immer noch darauf, dass sich die Stadtväter erweichen lassen und es hier irgendwann eine Fortsetzung geben kann."

Die Konzertreihe "Sonntagsmusik" im kleinen, idyllischen Briest mit seinem schmucken Herrenhaus und dem Teich gibt es seit 22 Jahren. Wegen des großen Organisationaufwandes und damit verbundener Kosten soll Briest als Veranstaltungsort künftig nicht mehr weiter genutzt werden. Nicht nur, weil auch bauliche Investitionsmaßnahmen an der Kapelle anstehen. Unter anderem sind dort keine Toiletten vorhanden und muss die Kaffeewiese hinter der Kapelle samt Mobiliar und Überdachungen jedes Mal eigens für die Konzerte aufgebaut werden.

Auf der Kaffeewiese waren auch beim letzten Mal am vergangenen Wochenende Vertreter des Tangerhütter Jugendclubs anzutreffen. Sie hatten - mit Unterstützung einiger Mütter - fleißig gebacken. Der Erlös solle in eine gemeinsame Fahrt zum Jahresende investiert werden, erklärte Leiterin Eileen Wolf-Köppe. "Wir versuchen immer wieder, selbst etwas auf die Beine zu stellen, damit etwas Geld zusammenkommt und der Eigenanteil für den Einzelnen dann nicht so hoch ist."

Auch die Zusammenarbeit mit dem Kulturhaus hat seit vielen Jahren Tradition und so unterstützen die einen mit Kaffee und Kuchen, während die anderen bei Festen in der Freizeiteinrichtung mit Technik dabei sind.

Angefangen hatte die Kuchenbäckerei der Jugendlichen übrigens nach der Elbeflut im vergangenen Jahr, als die Jugendlichen für eine junge Familie in Fischbeck mehr als 300 Euro sammelten.

Für viele Stammgäste der Briester Konzerte war das vorerst letzte seiner Art mit Wehmut verbunden. Kulturhausleiter Sven Biermann versuchte aber auch Lust zu machen auf die neuen "Sommerkonzerte im Gartenträume-Park" in Tangerhütte.

 

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