Wer über Leader redet, das europäische Förderprogramm zur Entwicklung des ländlichen Raums, kann um die Altmark keinen Bogen machen. So war es kein Zufall, dass zum Ende der dritten Förderperiode gestern Stendal Ort der mittlerweile 4. Leader-Konferenz war, mit hochrangiger Besetzung.

Stendal l Seit 20 Jahren wird in Sachsen-Anhalt "geleadert", werden in den einzelnen Regionen entwickelte Ideen zu Projekten, die mit Hilfe des Geldes aus Brüssel verwirklicht werden. Inzwischen geschieht das in 23 Lokalen Aktionsgruppen (LAG), deren Vertreter sich gestern in der Altmark trafen,um zwei Jahrzehnte Leader in Sachsen-Anhalt Revue passieren zu lassen. Stendal war am Vormittag Konferenzort, der Nachmittag den Exkursionen in acht altmärkische Orte vorbehalten, in dem 13 Leader-Projekte besichtigt wurden.

13,5 Millionen Euro für 291 Projekte

Stendals Landrat, Carsten Wulfänger, begrüßte die Konferenzteilnehmer im Schwarzen Adler, unter ihnen Ekkehard Wallbaum, Abteilungsleiter im Landwirtschaftsministerium, und ab dem frühen Nachmittag auch Finanzminister Jens Bullerjahn. Letzterer nutzte die Stendaler Leader-Konferenz, die unter dem Motto "Land.Leben.Perspektiven 2020" stand, um von hier aus den offiziellen Aufruf an alle Interessenten in Sachsen-Anhalt zu richten, sich am Auswahlverfahren für die Leader-Förderperiode 2014 bis 2020 zu beteiligen. Gefragt sind lokale Entwicklungsstrategien, mit denen Bürger, Vereine, Verbände und Unternehmen gemeinsam mit Landkreisen, Städten und Gemeinden ihre Regionen nachhaltig, also mit möglichst dauerhaften Effekten gestalten wollen. Rund 100 Millionen Euro sollen dafür bis 2020 landesweit zur Verfügung stehen. Anmeldeschluss für die nun schon vierte Leader-Förderperiode ist der 31. März 2015. Ziel sei es, so Bullerjahn, die erfolgreiche Leader-Arbeit im ländlichen Raum fortzusetzen.

Bei den in Stendal Versammelten Leader-Akteuren rannte der Finanzminister damit offenen Türen ein. Keiner im Saal, der erfolgreiche Leader-Projekt nicht fortentwickeln möchte. Allein in der Altmark gibt es derer mittlerweile 291, die mit 13,5 Millionen Euro über das Leader-Programm gefördert und in die insgesamt 20 Millionen Euro investiert wurden. Am Nachmittag waren einige dieser Projekte Ziele der Leader-Protagonisten aus dem ganzen Land. Station machten sie unter anderem im Mehrgenerationenhaus Kläden, im Kalbenser Kulturhaus, im Briester Gutshaus der Familie von Bismarck und im Kunstspeicher in Wust.

Regionale Identität mehr fördern

Beispiele für mit Leader in den vergangenen Jahren lebenswerter gewordenen Kommunen, geschaffene Arbeitsplätze, touristische Attraktivität, wussten im Laufe der Stendaler Konferenz viele Akteure zu nennen. Was alle gemeinsam hatten und haben: Sie wurden von unten, aus den Dörfern und Städten heraus entwickelt und mit den Menschen vor Ort umgesetzt. Eines der Leader-Erfolgsrezepte, für das sich Ekkehard Wallbaum, Leader-Fachmann im Landwirtschaftsministerium, bei allen Akteuren bedankte.

Zu ihnen gehört Wolfgang Bock, Leader-Manager der LAG Mittlere Altmark, der zusammenfasste, was er und seine Mitstreiter von Leader künftig erwarten. Einige Schlagworte: Regionale Identität fördern; Dorfentwicklung weiterführen; nachhaltig fördern; ländlichen Tourismus profilieren, in Menschen und nicht nur in Beton investeren, Existenzen sichern und damit Haltefaktoren in den Regionen schaffen; bürgerschaftliches Engagement mehr unterstützen.

Wettbewerbsaufruf für Leader 2014-2020 und weitergehende Hinweise im Internet unter www.europa.sachsen-anhalt.de/eu-fonds-in-sachsen-anhalt/programmplanung -2014-2020

   

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