Mit einer Festveranstaltung am Dienstagabend hat der Landkreis Stendal seinen 20. Geburtstag gefeiert. Viele, die in Verwaltung und Kommunalpolitik diese Zeit aktiv mitgestaltet haben, kamen ins Landratsamt - und einige von ihnen auch zu Wort.

Stendal l Zwei Jahrzehnte Landkreis Stendal, die bedeuten auch vier Wahlperioden, also vier Kreistage. Wer sich der politischen Verantwortung und der Herausforderung gestellt hat, ist dokumentiert - mit Gruppenfotos. Diese wurden am Dienstag nicht nur im Großformat im Foyer vor den Sitzungssälen ausgestellt, sie sind auch in einer druckfrischen Broschüre zu finden, mit der sich das Geburtstagskind selbst beschenkt hat und in der "Zwei Jahrzehnte bewegte Zeiten" erzählt werden. Viele Gäste blieben spontan vor den Bildern stehen oder blätterten gleich in dem Heft, aber auch in ausgelegten Volksstimme-Zeitungsbänden mit den Ausgaben, in denen journalistisch die Geburtsstunde des Landkreises Stendal vor 20 Jahren dokumentiert ist. An gedruckten und fotografischen Erinnerungen mangelte es am Dienstagabend also nicht.

"Sie wissen ja, wie das mit der Geschichte ist: Wenn sie niemand aufschreibt, wird sie vergessen", sagte Landrat Carsten Wulfänger während seiner Begrüßung.

Als Gastgeber hielt er die Festrede. In der schlug er den historischen Bogen vom Jahr 1816, als es in der Altmark die Landkreise Stendal, Osterburg, Gardelegen und Salzwedel gab, über diverse Verwaltungsreformen, Gebietsänderungen und neue kleine Kreise wie Tangerhütte und Seehausen bis zur Wende. "Einer Zeit, die geprägt war von riesiger Aufbruchstimmung", sagte Wulfänger.

Er selbst habe damals einen anderen Lebensplan gehabt, wollte nach dem Studium in ein Wirtschaftsunternehmen. Dann wurde er Bürgermeister in Sandau/Elbe, jetzt ist er Landrat. Bevor er als Beigeordneter in die Kreisverwaltung wechselte, war er auch Kreistagsmitglied - dokumentiert auf zweien der vier Kreistagsfotos. "Viele andere haben sich damals auch entschieden, sich einzumischen und in die Politik zu gehen", sagte Wulfänger. Die Anfangsjahre beschrieb er als "Zeit des Suchens und des Findens", als eine Zeit, "die viele nicht missen möchten".

Sein Fazit nach 20 Jahren: "Der Landkreis ist gut vorangekommen." Die anfängliche Skepsis sei längst Geschichte. Auch schwierige Situationen sind gemeistert worden, darunter das Hochwasser. "Sie haben gezeigt, wie wichtig Gemeinschaft ist", sagte Carsten Wulfänger, der Dienstherr von mehr als 600 Mitarbeitern des Landkreises Stendal ist. Vor der Fusion hatten die drei alten Landkreise zusammen zirka 900 Mitarbeiter.

Nach dem offiziellen Teil konnte jeder - bei einem Imbiss - seine Erinnerungen und Geschichten aus dieser Zeit erzählen. "Auch dazu dient dieser Abend", lud Carsten Wulfänger ein.

 

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