In fünf Kirchen führte die regionale Kirchenwanderung der Pfarrbereiche Bismark, Garlipp/Poritz und Kläden in diesem Jahr. Dabei erfuhren die 60 Teilnehmer jede Menge Wissenswertes.

Kremkau l Die diesjährige Kirchenwanderung der Pfarrbereiche Garlipp/Poritz und Kläden sowie des Kirchspiels Bismark startete am Sonntag in der romanischen Feldsteinkirche in Kremkau. Das Thema der Wanderung lautete "Kunst in der Kirche - Engel". Doch um Engel ging es zunächst nicht.

Meßdorfs Pfarrer Norbert Lazay lenkte den Blick der 60 Teilnehmer auf das Altarbild der Kremkauer Kirche und sprach von einer ganz besonderen Darstellung. Das Bild ist wahrscheinlich der Mittelschrein des alten Altars, der sich einst in der Kirche befand, und nach einigen Umbauarbeiten am Gotteshaus über der Kanzel aufgehängt wurde. Die Darstellung auf dem Mittelschrein des einstigen Altars sei einmalig in der Altmark, wie Lazay erklärte. Und wohl auch darüber hinaus. Zudem sind Altarbilder aus dem Barock tatsächlich sehr selten in der Region.

In der Mitte des besagten Altarbildes ist Jesus am Kreuz zu sehen. Er wird von zwei Personen eingerahmt. Normalerweise, so Pfarrer Lazay, sieht man dort Maria und Johannes. In der Kremkauer Kirche ist es etwas anders. Judas ist die linke Person auf dem Bild, rechts neben Jesus am Kreuz ist Kajaphas (Josef) abgebildet. Der Hohepriester klagte seinerzeit Jesus der Gotteslästerung an und übergab ihn schließlich an die Römer. Warum man sich bei der Erstellung des Altarbildes für Judas und Josef entschieden hat, kann man nur vermuten, erklärte Lazay.

Im Rahmen der regionalen Kirchenwanderung gab es in jeder der aufgesuchten Kirchen eine Andacht. Auf der Rundreise wurden die 60 Teilnehmer von den Pfarrern Norbert Lazay (Gladigau), Michael Schuft (Garlipp/Poritz), Stefan Kemper-Kohlhase (Kläden) und von Jens Walther aus Kläden begleitet.

Die Kirchenwanderung führte von Kremkau aus weiter nach Wartenberg, nach Schönfeld in die spätromanische Feldsteinkirche, nach Uenglingen und schließlich nach Döbbelin. Nach der Besichtigung der insgesamt fünf Kirchen kehrten die Beteiligten zu Kaffee und Kuchen im Schloss Döbbelin bei der Familie von Bismarck ein. Hier endete auch die diesjährige Kirchenwanderung.