62 Mitgliedsvereine zählt der Kreisverband der Gartenfreunde Stendal. Am Sonnabend zeichneten sie die Gewinner des Gartenwettbewerbs 2014 aus, den Kreisverband und Volksstimme gemeinsam ausrichteten.

Stendal l "Gärtnern macht Spaß und Freude", verkündete Peter Riebeseel im Brustton der Überzeugung am Sonnabend im Stendaler Kleingartenverein "Hoher Kranz". Das traf gleich im doppelten Sinn zu, ehrte doch der Präsident des Landesverbandes der Gartenfreunde und Geschäftsführer des Kreisverbandes die Sieger des Gartenwettbewerbs 2014. Da wurde die Freude am Gärtnern mit Pokalen, Urkunden, Prämien noch vergoldet.

Der gemeinsame Wettbewerb von Gartenfreunden und Volksstimme läuft schon seit Jahrzehnten. 1993 oder 1994 sei der Startschuss gefallen, erinnerte sich Gerhard Peters, der dem ersten Vorstand des Kreisverbandes angehörte, und erzählte: "Wir haben als Erste den Wettbewerb durchgeführt." Auch Hans-Joachim Weinstrauch sprach von einer Vorreiterrolle und sagte: "Andere haben die Idee von uns übernommen. Aus Wittenberg und Salzwedel haben sie sich bei uns erkundigt."

Hälfte der Kleingärtenfläche ist kommunales Land

Inzwischen hat der Gartenwettbewerb im Kreis Stendal seinen festen Platz. Rund 3000 Mitglieder haben die 62 Kleingartenvereine, die dem Kreisverband angehören. Sie gärtnern auf insgesamt 139 Hektar.

"Die Spitze ist dichter zusammengerückt", schätzte Riebeseel während der Auswertung des Wettbewerbs ein. Bei den Vereinen mit bis zu 60 Parzellen trennen den siegreichen "Sonnenschein" aus Havelberg und den Zehnplatzierten gerade einmal vier Punkte. Das sei ein Indiz des "hohen Niveaus der Vorstandsarbeit" in den meisten Gartenvereinen. Er nutzte die Ehrung, um die Wettbewerbskommission für ihre Tätigkeit zu loben. Binnen drei Wochen nahm sie die Anlagen in Augenschein. Riebeseel dankte Marita Gothe, Bernd Zimmermann, Georg Wilke, Paul Heim und Manfred Meckel. Besonders nette Worte hielt er für Kommissionsleiter Meckel bereit, der erkrankt ist, sich aber auf dem Wege der Besserung befindet.

Neben Kreisverband und Volksstimme warteten auch die Hansestadt Stendal sowie Tangerhütte und Havelberg mit Pokalen auf. Für Riebeseel dokumentiert das nicht nur die "Verbundenheit zwischen Kleingartenvereinen und Kommunen", sondern ist das auch folgerichtig. "50 Prozent der Fläche unserer Gartenvereine im Kreis Stendal ist kommunales Land. Wir pflegen es und halten es instand", erklärte der Präsident und meinte, ohne das Kleingartenwesen drohe Verwilderung und Vermüllung.

Ziel: Junge Leute fürs Kleingärtnern begeistern

Große Stücke hält Klaus Schmotz (CDU) auf die Kleingartenanlagen. "Sie sind Bestandteil der grünen Lunge unserer Stadt", sagte der Stendaler Oberbürgermeister, der einst selbst eine Parzelle im "Hohen Kranz" bewirtschaftete und heute hinterm Haus gern gärtnert - zur Erholung und "weil es auch mal vom Tagesgeschehen ablenkt". Kleingärtner helfen aus seiner Sicht Kindern, einen Bezug zur Natur zu finden. Da war er sich mit Riebeseel einig, der bedauerte: "Viele Kinder kennen mehr Automarken als Pflanzen."

Als eine wichtige Aufgabe nicht nur des Stendaler Kreisverbandes formulierte er denn auch, mehr junge Leute in die Anlagen zu holen. Gute Ansätze seien vorhanden. Und der Wettbewerb von Kreisverband und Volksstimme, so Riebeseel, rücke die Kleingartenanlagen in den Blickpunkt und zeige: Gärtnern macht Spaß und Freude.