Das Sommerfest im Köckter Kinder- und Jugendheim (wir berichteten) war in der vergangenen Woche nicht nur mit Spiel und Spaß verbunden. Es wurde gleichzeitig genutzt, um ein zeitaufwendiges Projekt abzuschließen - die Gestaltung und Erarbeitung des Kinderrechtekataloges.

Köckte l "Ich hatte gedacht: Das machen wir - ganz schnell. Doch je länger und intensiver ich mich damit beschäftigte, desto mehr wurde mir bewusst, dass so ein Kinderrechtekatalog nicht von heut auf morgen gemacht ist." Kerstin Schenk, Erzieherin im Köckter Heim, erinnert sich mit diesen Worten an die Anfänge dieses Projektes.

"Ein gutes Jahr saßen wir schon zusammen, haben miteinander am Katalog gearbeitet. Die Kinder haben viel mitentschieden, sich eingebracht, ihre Ideen geliefert. In einer extra dafür gebildeten Arbeitsgruppe hatten wir uns damit auseinander gesetzt."

Dann fanden Johanna Kloos und Maria Burkhardt vom Verein "Kinderstärken" und die Köckter Einrichtung zueinander. Das Projekt "Mein Recht, dein Recht - respektvoll handeln" passte wunderbar zu dem, womit sich Kinder, Jugendliche und Erzieher in den Monaten zuvor beschäftigt hatten. "Darauf haben wir dann aufgebaut", erzählt Johanna Kloos am Rande des Sommerfestes. Zu neun Workshops waren sie in den vergangenen Monaten nach Köckte gekommen, sprachen mit den Jüngsten über Kinderrechte, das Verhalten in der Gruppe, Mitbestimmungsmöglichkeiten im täglichen Leben und gaben den Gruppensprechern die Möglichkeit, sich mit einzubringen. Aufgrund der Zeit, die es brauchte, um die Sammlung von Rechten zusammenzustellen, ist der Katalog auch ein Werk vieler verschiedener Kinder. Denn nicht jedes Kind, das zu Beginn der Idee im Heim lebte, ist heute noch dort zu Hause. In dieser Zeit sind auch viele neu hinzugekommen.

"Dieser Kinderrechtekatalog ist ein ganz besonderer."

Maria Burkhardt von "Kinderstärken"

"Ich finde, dieser Kinderrechtekatalog ist ein ganz besonderer, weil er auf diese Einrichtung und die Kinder, die hier leben, zugeschnitten ist", sagt Maria Burkhardt. Mit Johanna Kloos ist sie zum Sommerfest gekommen, um den Kindern und Jugendlichen das Druckwerk in die Hand zu geben. 40 Stück hat der Verein für das Köckter Heim gedruckt. In jede der drei Gruppen liegen sie jetzt "und sind tägliches Handwerkszeug", berichtet Kerstin Schenk. "Wir sagen Danke für die tolle Zusammenarbeit in den vergangenen Monaten", sagt sie an die beiden jungen Frauen gerichtet.