84000 Euro fließen für die Kampagne "Die Altmark - Grüne Wiese mit Zukunft" (Volksstimme berichtete). Ein Spediteur aus Grieben wundert sich, warum das Angebot, kostenlos auf seinen Lastwagen zu werben, nicht angenommen wurde.

Stendal l Die Werbung für die Altmark hat eine Finanzspritze erhalten. 64000 Euro fließen vom Land, jeweils 10000 Euro kommen von den beiden altmärkischen Landkreisen (Volksstimme berichtete). Nun soll unter anderem auf verschiedenen Buslinien, beispielsweise von Seehausen nach Arendsee oder von Salzwedel über Gardelegen nach Magdeburg geworben werden. Ein Spediteur aus dem Landkreis Stendal, der ungenannt bleiben wollte, hat schon im vergangenen Jahr dem Tourismusverband ein ähnliches Angebot unterbreitet. Er wollte seine Lastkraftwagen als rollende Werbeflächen zur Verfügung stellen.

Unterwegs in Berlin, West- und Süddeutschland

"Diese Fahrzeuge sind täglich auf deutschen Straßen mit Schwerpunkt Berlin, Niedersachsen, Rhein/Ruhr, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern unterwegs", sagte er im Gespräch mit der Volksstimme. Über die Notwendigkeit, die Altmark in Deutschland und darüber hinaus bekannter zu machen, bestehe schließlich kein Zweifel. Die Werbung auf den Lastwagen, etwa 75 Quadratmeter pro Fahrzeug, wäre nachhaltig, da sie etwa zehn Jahre haltbar ist. Tourismusverbands-Geschäftsführerin Mandy Hodum erinnerte sich an das Angebot. "Wir konnten aber im vergangenen Jahr noch nichts Konkretes unternehmen, weil das Regionalmarketing in der Planung war", erklärte sie. Das Interesse sei sehr groß, es sei eben um die Finanzierung gegangen.

Mit seiner Idee trat er auch an Gerhard Faller-Walzer vom Regionalverein Altmark heran. Zwar hält er das Motto "Die Altmark - Grüne Wiese mit Zukunft" für zu abstrakt und habe dies auch von Vertretern der Tourismusbranche und Besuchern in der Altmark gehört, dennoch könne sich die Werbung auszahlen.

Bei Faller-Walzer stieß er ebenfalls auf offene Ohren. "Wir sind total daran interessiert", sagte er gegenüber der Volksstimme. Er will sich mit dem Fuhrunternehmer treffen, um weitere Einzelheiten zu besprechen. "Ich finde es toll, dass sich ein Unternehmer aus der Altmark dafür engagiert", meinte er. Nun müsse das Finanzielle geregelt werden. Zwar seien die Fahrzeuge als Werbefläche kostenlos, aber es müssten entsprechende Folien angeschafft werden. "Da müssen dann auch die Motive in Absprache mit dem Regionalmarketing festgelegt werden", fügte Faller-Walzer hinzu. "Es könnte ja auch für einzelne Veranstaltungen geworben werden", hat der Unternehmer noch eine weitere Idee.

Marketing auch nach innen gerichtet

Keine gute Idee findet er allerdings, dass Busse mit Altmark-Werbung auch in der Region unterwegs sind. "Die Altmärker sind doch schon hier, was soll das denn bringen", zeigte er Unverständnis. Das habe wohl kaum Erfolg und koste zudem unnötig Geld. Plakataktionen in Berlin, Hamburg, Hannover, das sei schon eine bessere Idee, wenn es wahrscheinlich auch zeitlich eingeschränkt und relativ teuer sein dürfte. Auch die Nachhaltigkeit sei wahrscheinlich nicht so gegeben.

Für Gerhard Faller-Walzer ist die Kampagne aber nicht nur eine Maßnahme nach außen. "Dazu gehört auch das sogenannte Innenmarketing", erklärte er. Es sei eben auch wichtig den Altmärkern zu zeigen, was sie an der Altmark haben. Außerdem solle man bedenken, dass auch nicht nur Altmärker auf den altmärkischen Straßen unterwegs sind. "Da gibt es auch viele Autos und Reisebusse von auswärts", erläuterte er.

Natürlich seien die zwar schon in der Region angekommen, aber mit der Werbung könnten sie vielleicht dazu gebracht werden, noch einen Tag länger zu bleiben oder einmal wiederzukommen. Vor allem hat er dabei auch die Buga-Touristen im kommenden Jahr im Auge. Dafür diene beispielsweise die Werbung auf der Buslinie, die von Rathenow über Premnitz nach Rhinow führt.