Von Egmar Gebert

Stendal l Stark III steht für ein Förderprogramm, mit dessen Hilfe Schulen und Kindertagesstätten im Land auf den technisch neuesten Stand gebracht werden können. Die energetische Sanierung eines Kindergartens ist damit ebenso möglich wie die Ausstattung einer Grundschule mit Computertechnik. Löblich.

Das findet auch der Schul- dezernent und stellvertretende Landrat des Landkreises Stendal, Denis Gruber. Immerhin hätten bisher 107 Schulen und Kindereinrichtungen landesweit von diesem Förderprogramm profitiert. 154 Millionen Euro seien investiert worden, hat Gruber zusammengerechnet. Anerkennend nimmt er auch zur Kenntnis, dass Stark III bis 2020 weitergeführt wird.

Allerdings hat dieses Förderprogramm einen Haken. In den Genuss der Stark-III-Förderung kommen nur Schulen, deren Bestand langfristig gesichert ist. Für Grundschulen bedingt das nach Lesart des Landes eine Mindestschülerzahl von 80 Kindern. Für dünn besiedelte Gebiete wie den Landkreis Stendal gilt für den Erhalt von Grundschulen zwar eine Ausnahmeregelung von 60 Schülern, nur findet das laut Schuldezernent Gruber in den Förderrichtlinien für das Stark-III-Programm keine Berücksichtigung. 80 Schüler seien zwingend vorgeschrieben, um in das Förderprogramm aufgenommen zu werden, und zwar in der Vorausschau bis 2030. Umkehrschluss: Schulen, die diese Schülerzahl nicht erreichen, müssen ohne Fördermittel saniert werden. Ob die Kommunen als Schulträger dazu finanziell in der Lage sind, bleibt zu bezweifeln. Betroffen wären unter anderem die Grundschulen in Groß Garz, Schinne, Grieben, Lüderitz und Flessau.

Denis Gruber sieht damit den ländlichen Raum benachteiligt. Die Forderung an die zuständigen Landesministerien und die Fraktionen des Landtages ist eindeutig: Bei den Zugangsbedingungen für Stark III muss nachgebessert werden. Auch in Grundschulen, in die langfristig nur 60 Schüler gehen, muss investiert werden. Und dazu müssen sie die Möglichkeit bekommen, in das Stark-III-Programm aufgenommen zu werden.