Philipp Stephan und Dennis Bügelsack, zwei junge Stendaler, schicken sich an, die Freizeitlandschaft der Hansestadt noch ein bisschen bunter zu machen - auf sportliche Art. Am Sonnabend organisierten sie den zweiten Stendaler BMX-Contest.

Stendal l Freitagabend, Stendal-Stadtsee: Gegen Regen hat Philipp Stephan nichts. Aber ausgerechnet jetzt... Als es in der Nacht zum Sonnabend noch immer pladdert, sinkt die Laune des 22-Jährige kurzzeitig gegen Null. Sollte das halbe Jahr, das er und der ein Jahr ältere Dennis Bügelsack in die Vorbereitung des zweiten BMX-Contests in Stendal gesteckt haben, wirklich den Bach runtergehen?

Die mehr als 50 Liter Wasser auf dem Quadratmeter reichen dafür dann doch nicht. Und als hätte sich der Vorbereitungsfleiß der beiden jungen Stendaler bis "ganz nach oben" herumgesprochen, schließen sich die himmlischen Schleusen gegen 3 Uhr und bricht zu Mittag die Sonne durch, die den BMX-Contest No. 2 auf Stendals "blauem Hinterhof" zu einer echt heißen Angelegenheit werden lässt.

"Los geht`s, wenn der Letzte da ist. Wir sind da flexibel."

Blauer Hinterhof - das wäre die Übersetzung des Namens, den die Skater ihrem Park, dem Skatepark nördlich der Erich-Weinert Straße mitten im Grünen, gegeben haben.

"The Blue Backyard" wird am Sonnabend zum Anziehungspunkt nicht nur für "Locals", wie die heimischen BMX-Akrobaten genannt werden. Nein, beim Contest in Stendal gehen auch Starter aus Halberstadt und Nauen auf und über die Rampen. Für Organisator Philipp, den Anlagenfahrer im Stendaler Zellstoffwerk, und Dennis, der Erzieher von Beruf ist, ein schöner Erfolg. Genau das wollen die Jungs, die 75 bis 80 Prozent ihrer Freizeit in den BMX-Sport investieren und bei Contests von Berlin über Hannover bis Köln an den Start gehen: Über den Sport Leute zusammenbringen, egal woher, ganz gleich welcher Herkunft. Alles ganz entspannt. Der Spaß am Sport verbindet.

Und der Wettkampf, der hier Contest heißt? "Los geht`s, wenn alle da sind. Wenn nicht um 13 Uhr, dann eben eine Stunde später. Wir sind da flexibel", sagt Philipp.

Lockere Atmosphäre, dazu die passende Musik, Fans die mitgehen, das macht`s aus. Als dann der erste von insgesamt 25 Contest-Startern zwischen 10 Jahren und Mitte 20 in den "Blue Back- yard" von Stendal eintaucht, ist es zwei Uhr nachmittags. Zwei Läufe hat jeder Sportler, zweimal 60 Sekunden, "zwei Minuten um zu zeigen, was Du drauf hast", beschreibt Philipp, der vor fünf Jahren vom Skateboard auf das BMX-Rad umsattelte, den Kick seines Sports.

Das Rad und seinen Körper zu beherrschen, ist das Eine. Doch um richtig Punkte zu machen, braucht es mehr als "nur" die spektakulären Tricks. Wann kommen sie, wie werden sie kombiniert? Das ist die kreative Seite dieser Disziplin des Bicycle Moto Cross, für das die Buchstaben BMX stehen. Auch, wie der Fahrer den Platz, den ihm der Skatepark bietet, ausnutzt, wird gewertet.

Am Ende, es ist inzwischen 18 Uhr reicht es für Philipp zu einem fünften Platz in der Profi-Klasse. Die Sonne scheint noch immer auf Stendals "Blue Backyard" und die beiden jungen Männer finden das ebenso toll wie ihren Contest.

Sie sie ihrem Traum wieder ein Stück näher gekommen, der da lautet:Irgendwann soll der Stendaler BMX-Contest zu einem zwei oder drei Tage dauernden Event werden, mit Leuten von überallher, die Spaß haben und sich wohlfühlen. Spätestens in einem halben Jahr werden Philipp und Dennis beginnen, Contest No. 3 im "Blue Backyard" vorzubereiten. Vielleicht schaut bei dem dann auch einer der Stendaler Stadtväter vorbei, Philipp und Dennis würd`s freuen.

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