Auch im elften Jahr war das "Rock unter den Eichen" in Bertingen, kurz "Rude" genannt, wieder ein bisschen größer und spannender. Was für Außenstehende eher wild und laut wirkt, sieht von Nahem betrachtet nach ganz viel guter Laune aus. Seifenblasen, Konfetti und Duschen am Feuerwehrauto gehörten diesmal dazu.

Bertingen l Zwei Tage lang feierten die Fans von Trash- und Death-Metalklängen auf dem Gelände unter Bertingens alten Eichen. Sie mischten ihr metallisches Musikgewitter mit Seifenblasen und guter Laune. Die Veranstaltung, die nach wie vor als Geheimtipp gilt und Fans aus ganz Deutschland und darüber hinaus anlockt, ist Jahr für Jahr gewachsen. Erst seit 2011 findet sie an zwei Tagen statt, zwei Campingplätze gab es eigens für das Festival.

Bands wie "Nachtgeschrei" und "Winterstorm", aber auch "Brutal Unrest", "Izegrim" oder "Obituary" gaben sich in diesem Jahr die Klinke in die Hand, aber auch eine echte "Fäkalgrindcore-Truppe" stand mit der tschechischen Band "Gutalax" auf der Bühne.

Dass das Festival in jedem Jahr größer wird, das freut auch Veranstalter Thomas Woege: "Wir hatten schon Bands aus den USA, aus den Niederlanden oder aus Schweden dabei und versuchen, immer wieder neue Highlights zu schaffen." Und das ist dem Bertinger, der inzwischen mit einer mehr als 50-köpfigen Crew arbeitet, auch gelungen.

"Rude" ist nicht nur die Abkürzung für "Rock unter den Eichen", sondern steht im englischen auch für "unsanft", "hart" oder "gewaltig". Auch wenn diese Worte auf die vor Ort präsentierte Musik durchaus zutreffen, für die meisten Festivalgäste gilt das bei näherem Hinsehen eher nicht. Sie genossenen ihre Musik und freuten sich über Gleichgesinnte. Oder sie bauten sich einfach neue Freunde, so wie "Polly und Karo" aus Rathenow. Das Pärchen hatte ihren aus leeren Bierdosen und Folie erschaffenen Hund "Schackeline" sowie Welpen "Schantalle" dabei. "Die Idee haben wir von anderen Festivals mitgebracht", erzählten sie lachend bei einem Spaziergang durchs Dorf.

Echte Musiker duschen mit "ordentlich Druck"

Gut gelaunt ging es auch am Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Bertingen zu. Die bot bei hochsommerlichen Temperaturen eiskalte Duschen per Streuscheibe an. "Ordentlich Druck" verlangten Martin und Bruder Ron Quast aus Stendal von Maschinist Michael Sedlick. Die beiden jungen Männer machen selbst Musik und sind schon seit Jahren beim "Rude" mit dabei. Aus der Schulband "1912" heraus hat der heute 20-jährige Martin Quast etwa seine Gruppe "Teufelsliebe" gegründet. "Wir würden gerne auch mal selbst beim Rude auftreten", erzählt er.

Und für alle, die das rockige Treiben auf der großen Bühne lieber mit etwas Abstand betrachteten, gab es die großflächigen, leicht ansteigenden Wiesen, auf denen es sich prima lagern ließ. Auch das Grillverbot wegen Waldbrandgefahr wurde dank ausgiebigen Regens am Freitag noch kurzfristig aufgehoben.

Übrigens waren beim 11. "Rude" nicht nur Metalklänge dabei. Auch das Blasorchester Angern sorgte am Sonnabendvormittag für eine musikalische Einlage und die sei bestens angekommen - bei den Einwohnern wie auch vielen Festivalgästen, berichtete Thomas Woege. Und von der Möglichkeit für Einwohner Bertingens und direkt angrenzender Orte, kostenlos beim Festival vorbeizuschauen, werde immer öfter Gebrauch gemacht, "das kommt gut an", sagte er.

   

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