2017 soll der 300. Geburtstag von Johann Joachim Winckelmann gefeiert werden. Das Museum soll umgestaltet werden. Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) und Max Kunze von der Winckelmann-Gesellschaft unterzeichneten am Montag einen Vertrag zur langfristigen Finanzierung.

Stendal l Gleich zwei große Jubiläen stehen der Stendaler Winckelmann-Gesellschaft ins Haus. 2017 soll der 300. Geburtstag des Altertumsforschers Johann Joachim Winckelmann gefeiert werden, 2018 folgt dann der 250. Todestag des wohl bedeutendsten Stendalers. "Wir haben große Pläne", sagte Max Kunze als Präsident der Winckelmann-Gesellschaft am Montag. Zu Besuch hatte er Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD), der einen Vertrag dabei hatte, der der Gesellschaft für die kommenden vier Jahre bis 2017 Geld vom Land in Höhe von 388000 Euro (97000 Euro pro Jahr) zusichert. "Durch die langfristige Finanzierung haben wir Planungssicherheit und damit beste Voraussetzungen, um kräftig anzupacken", sagte Kunze.

Gesellschaft hofft auf noch mehr Geld vom Land

Neben der Umgestaltung der - mittlerweile 25 Jahre alten - Dauerausstellung soll auch das Kindermuseum neue Räume im Gartenbereich bekommen, bislang ist dies teilweise unter dem Dach untergebracht. Durch einen Umzug der Museumsbibliothek und einen Anbau soll dafür Platz geschaffen werden. Darüber hinaus wird es zahlreiche Winckelmann-Konferenzen und Ausstellungen unter anderem in St. Petersburg, Florenz, im Vatikan und in Los Angeles ("Villa dei Pairi") geben. "Wir wollen insbesondere die europäische Dimension Winckelmanns in den Jubiläumsjahren herausstellen", sagte Max Kunze.

Insgesamt sind bis 2018 acht Publikationen geplant. Einen Abschluss mit einer Konferenz soll es 2018 in Berlin und Stendal geben. "Es gibt Arbeitsgruppen, die sich um Details kümmern", sagte der Präsident der Gesellschaft. Kunze hofft, dass es für die Investitionen am Museum noch in diesem Jahr einen weiteren Zuschlag vom Land gibt. Die nun zugesicherten Landesmittel von 388000 Euro sind ausschließlich für den Betrieb des Museums mit sechs Angestellten für die kommenden vier Jahre vorgesehen. Es sind rund 20000Euro pro Jahr mehr als in den Vorjahren.

"Unsere Finanzierung beruht auf drei Säulen", sagte Kunze. Neben den Landesmitteln gibt es auch einen jährlichen Zuschuss aus der Stendaler Stadtkasse - derzeit 153000Euro - sowie Drittmittel, die von der Winckelmann-Gesellschaft selbst beschafft werden.

Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) betonte am Montag, dass er sich darüber freue, dass das Land - über die Legislaturperiode hinaus - eine längerfristige Mitfinanzierung zusichert. "Damit bleibt uns der immerwährende jährlich Kampf ums Geld erspart", sagte Schmotz. Das Museum sei eines der Aushängeschilder der Stadt und habe eine internationale Ausstrahlung. Die Stadt sichere ebenfalls konstant seinen Beitrag zu, der immerhin auch "eine erklägliche Summe" ausmache.

Mit der Kinderpädagogik wird Vorbildliches geleistet

Minister Dorgerloh betonte gestern, dass insbesondere die Ausrichtung des Museums auf eine Kinderpädagogik es leichter gemacht habe, die Landesmittel zur Verfügung zu stellen. "Es wird hier Vorbildliches geleistet", sagte Dorgerloh. Dies hätten schon zahlreiche Vertreter anderer Museen und auch Pädagogen bestätigt. Das Land werde sich daher aller Voraussicht nach auch an den Investitionskosten für den Umbau des Museums beteiligen. Die Stadt hatte zuletzt die Fassade des Museums saniert.

Bei einem Rundgang konnte sich Dorgerloh vom Museums-Angebot überzeugen, das sich nicht nur an Kinder, sondern auch mit einem Programm an Senioren richtet. Dort wird mit der Uni zusammengearbeitet.

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