Rassekaninchenzuchtverein G257 - im Landkreis und darüber hinaus ist dieser Stendaler Verein kein unbekannter. Zumindest unter den Freunden der Kaninchenzucht hat der Vereinsname einen guten Klang. Begründet ist der nicht nur in züchterischen Erfolgen der Stendaler. Es ist auch der Umgang miteinander im Verein, die Lockerheit, die Gäste beeindruckt.

Von Egmar Gebert

Stendal l Das meistgerittene Tier in Deutschland ist das Steckenpferd. Tierisch - wenn auch nicht unbedingt tierisch ernst - geht es auch zu, wenn sich die Mitglieder des Stendaler Vereins mit der Nummer "G 257" ihrem Hobby widmen. Allesamt, 29 an der Zahl, sind Rassekaninchenzüchter. Ihre rassigen Lieblinge haben so ausgefallene Namen wie Burgunder-Kaninchen, Weiße Hotot, Blaue Wiener, Mecklenburger Schecken ... Die ansehnlichsten Vertreter dieser und weiterer Kaninchenrassen wurden von den Züchtern des Stendaler Vereins - wie im Juli eines jeden Jahres - nun auf eine besondere Rallye geschickt, die erstmals in Wahrburg stattfand.

25mal "Sehr gut", einmal "Vorzüglich"

Der dortige Lehmhausverein stellte sein Gelände für die Kaninchen-Rallye des Rassekaninchenzuchtvereins G 257 zur Verfügung. Das Dankeschön der Gäste und viel Lob für das von den Freunden und Hütern des Lehmhauses Geschaffene gab es, noch bevor die "Rallye" begann. "Wir sagen Rallye dazu, in anderen Vereinen ist das eine Tischbewertung", erklärte Achim Utke, eines der langjährigsten und an Erfahrungen wie Erfolgen reichsten Vereinsmitglieder. Tischbewertung klingt den Stendaler Rassekaninchenzüchtern wohl zu steril, zu streng. Und obwohl sich Preisrichter Karl-Heinz Herrmann aus Salzwedel streng an die Regeln hielt, die Tiere entsprechend der in den Rassestandards festgelegten Anforderungen bewertete, war die Stimmung erfreulich locker und ausgelassen. Warum auch nicht, ist die einmal im Jahr stattfindende Kaninchen-Rallye der Stendaler Züchter doch fester Bestandteil des Vereinslebens und immer auch mit einem anschließenden "gemütlichen Teil" verbunden. Der preisrichtende Gast aus Salzwedel trug das Seine dazu bei.

Alle 76 Tiere, die ihm vorgestellt wurden - ausnahmslos junge Kaninchen -, konnte er dem SG-Bereich zuordnen. SG steht für sehr Gut. V steht für vorzüglich. Auch diese Wertung gab es einmal und mit höchstmöglicher Punktzahl. Achim Utke bekam sie für die Kaninchen der Rasse Weiße Hotot, die sich und ihrem Züchter damit den Sieg der Kaninchenrallye 2014 sicherten. Auf den zweiten Platz kam Heinz-Peter Müller mit der Rasse Blaue Wiener vor Albert Fischer mit Mecklenburger Schecken.

Gute Karten für die Kreisjungtierschau

Bei aller Lockerheit der Züchterrunde war diese Veranstaltung auch eine Art züchterische Standortbestimmung in Vorbereitung der Ausstellungssaison. Sie beginnt im August. Dann will sich der Rassekaninchenzuchtverein G257 Stendal von seiner besten Seite zeigen. Mitte des nächsten Monats nimmt er an der Kreisjungtierschau in Nitzow teil. Die Chancen, von dort mit dem einen oder anderen Pokal nach Hause zu kommen, stehen nicht schlecht, denn: "Ich bin positiv überrascht von dem, was hier präsentiert wurde. Das ist schon hohe Qualität", fasst Preisrichter Karl-Heinz Herrmann das Ergebnis der Kaninchen-Rallye zusammen.