Es ist seit Jahren einer der Höhepunkte in der Region, der den Zuschauern einen einmaligen Einblick ins Schäfer-Handwerk gewährt: Das Ausscheidungshüten, für das das Zentrum für Tierhaltung der Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (LLFG) ihr Gelände in Iden zur Verfügung stellt.

Iden l Dort, wo sonst Kühe weiden, auf dem Gelände der Milchviehanlage der LLFG, tummelten sich Schafe. Nicht, dass die Landesanstalt von Milchvieh auf Wollproduzenten umgestiegen wäre. Nein, das Gelände der LLFG-Milchviehanlage in Iden war zum siebenten Mal in Folge Austragungsort des Ausscheidungshütens, zu dem der Altmärkische Verein für Schafzucht und Schafhaltung alljährlich einlädt. Wer aus diesem Wettbewerb als Sieger hervorgeht, ist für das Landeshüten in der Schafhaltung qualifiziert.

Um soweit zu kommen, müssen die Teilnehmer beweisen, dass sie diesen Teil des Schäferberufes, das Hüten, nahezu perfekt beherrschen. Das Präsentieren des Einklangs von Mensch und Tier macht die Faszination solcher Wettbewerbe aus. Davon ließen sich die Zuschauer auch in diesem Jahr wieder fesseln. Sie erlebten in Iden wahre Meister ihres Fachs. Aus drei Bundesländern waren sie angereist, wobei Schäfermeister Rüdiger Kassuhn aus Königsmark den kürzesten Weg hatte. Er war Gastgeber dieses Leistungshütens und arbeitet in Iden.

Neben ihm begrüßten Joachim Gaudian, Vorsitzender des Altmärkischen Schafzuchtvereins, und der ehemalige Zuchtleiter Christian Rüdiger auch die weiteren am Wettbewerb teilnehmenden Schäfermeister. Es waren Maik Gersonde aus Gerbs-Niendorf bei Ludwigslust, Knut Kucznik aus Altsandberg in Märkisch Oderland und Meinhard Möbius aus Groß Köris im Dahme-Spreewaldkreis. Drei Bundesländer - neben Sachsen-Anhalt auch Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern - waren damit präsent.

Der Sieg blieb allerdings im Lande. Rüdiger Kassuhn gewann das Ausscheidungshüten mit 94,5 von 115 möglichen Punkten. Ein sehr gutes Ergebnis, bescheinigte Grazyna Lortz im Gespräch mit der Volksstimme. Bei der Zuchtberaterin des Landesschafzuchtverbandes liefen alle Fäden des Ausscheids zusammen. Die Fachfrau bescheinigt der Veranstaltung gern auch ein gutes Niveau und dem Sieger beste Chancen beim Landeshüten, das am 23. August in Obertau, Ortsteil Ermlitz ausgetragen wird. "Wenn er dort so ein Hüten wieder zeigt, wie er es in Iden getan hat, dann hat er gute Chancen, sich sogar für das Bundeshüten zu qualifizierten", sagt Grazyna Lortz. Dazu müsste Rüdiger Kassuhn dann Ende September nach Mecklenburg-Vorpommern reisen.

 

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