Stendal (ro). Der Stendaler Lions-Club fördert in diesem Jahr die Jugendarbeit in der Handballsportgemeinschaft Osterburg und dem Tennisclub TSC Stendal 1912. Detlef Schattke, Präsident der Löwen, überreichte am Freitag-abend auf dem Neujahrsempfang des Clubs im Stendaler Hotel "Schwarzer Adler" Vertretern beider Sportvereine jeweils Schecks über 1500 Euro. Das Geld setzt sich aus Erlösen des 15. Lions-Balls und des Verkaufs von Sekt und Lachs auf dem Stendaler Weihnachtsmarkt zusammen.

"Auch wenn es nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist – tun wir weiter Gutes und reden wir darüber!", sagte Detlef Schattke vor den zahlreichen Gästen des Neujahrsempfangs aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport. Der Clubpräsident warf in seiner Rede einen sehr kritischen Blick auf Wirtschaft und Politik im Deutschland von heute. Der Aufschwung sei zum großen Teil auf Pump finanziert, sagte er und nannte die Abwrackprämie und die Stützung der Banken mit einem dreistelligen Milliardenbetrag beim Namen. "Diese Schulden", so mahnte Schattke, "müssen irgendwann getilgt werden." Folge dieser Politik sei die Schließung von Theatern und Schulen, seien dunkle Straßen. Zudem beklagte er die "schleichend vonstatten gehende Verarmung der Republik" und das Abschmelzen der Mittelschicht. Vom ehemaligen Berliner Finanzsenator und Bundesbanker Thilo Sarrazin entwarf Schattke ein differenziertes Bild: Für ihn sei er ein Untergangsprophet, dessen Buch aber dazu beitragen werde, Missstände bei der Integration der Muslime zu beseitigen.

Oberbürgermeister Klaus Schmotz bedankte sich bei den Lions für deren soziales und gesellschaftliches Engagement. "Der alljährliche Lions-Ball", so Schmotz, "ist eines der, vielleicht das gesellschaftliche Ereignis in Stendal." Dass sich der Staat aus vielen Bereichen zurückziehe, sieht der OB auch als Chance – für die Kreativität der Menschen.