Auf seiner Sommertour über die "Großbaustelle Stendal" kam Oberbürgermeister Klaus Schmotz am gestrigen Dienstag am neuen Kindergarten in der Osterburger Straße vorbei, den die Stadt baut und an die Borghardtstiftung vermietet.

Stendal l Das Kindergartenhaus ist schon fertig, sogar die Stühle stehen schon und die Garderoben hängen an den Wänden. Bis allerdings Kinderlachen durch die Räume hallt, dauert es noch ein paar Wochen. "Erst muss der Rasen wachsen", begründet Kita-Leiter Bernd Mitsch, warum Architekt Joachim Richter aus Tangerhütte den Einzug der Kinder für den Spätsommer ankündigt. "Einen genauen Termin gibt es nicht. Wir ziehen erst um, wenn das Gras ordentlich gewachsen ist und die Kinder ohne Einschränkungen auf dem Spielplatz toben können."

Längst sollten die Kinder aus dem 40 Jahre alten Haus "Am Sandberg" in das neue Gebäude eingezogen sein. Im Dezember 2012 war Grundsteinlegung. Im Sommer kam es zur ersten Verzögerung, weil der Bauunternehmer aus dem ostelbischen Klietz von der Flut betroffen war. "Die Verzögerung summierte sich dann bei den nachfolgenden Gewerken", erklärt Annette Muth, Mitarbeiterin im Sachgebiet Hochbau der Stadtverwaltung. Und dann, als das Haus schon so gut wie fertig war und sich die Firma an die Außenanlagen machen wollte, die Hiobsbotschaft: Der Boden ist verunreinigt und muss komplett ausgetauscht werden! Organische Stoffe als Überreste unter anderem von den Gärten der sich hier einst befindlichen Wohnsiedlung überschreiten die Grenzwerte.

Inzwischen ist der Austausch der Erdmassen erfolgt, nur der Mutterboden muss noch aufgebracht werden. Und dann kann der Rasen wachsen.

Die Kinder können den Umzug kaum erwarten. Hin und wieder schauen sie auf der Baustelle vorbei und sehen sich in Gedanken schon über die Flure flitzen. In dem Flachbau, in dem 20 Lichtkuppeln auch in den innen gelegenen Bereichen für Tageslicht sorgen, gibt es neben den fünf Gruppenräumen einen großen, für Sport geeigneten Mehrzweckraum, einen Experimentier- und Technikraum, einen mit Büchern und CDs ausgestatteten Medienraum und einen Snoezelenraum, in dem die Kinder entspannen können.

"Es ist einfach ein Traum, was hier entstanden ist", schwärmt Bernd Mitsch. "Unser pädagogisches Konzept - religionspädagogisch, integrativ und naturnah - lässt sich hier bei idealen räumlichen Bedingungen bestens umsetzen." Er kündigt an, dass der Kindergarten "Am Sandberg" mit dem Umzug einen neuen Namen bekommt.

 

Bilder