In Geduld üben müssen sich die Kraftfahrer, die in Richtung Magdeburg und Berlin müssen. Auf den Bundesstraßen 188 und 189 gibt es Baustellen, an denen der Verkehr über lange Umwege vorbeigeleitet wird.

Stendal/Buchholz l Erst an der Ampel hinter Buchholz stehen, dann in Lüderitz Umleitung fahren, in umgekehrter Richtung das Gleiche. Wer gestern zwischen Stendal und Magdeburg unterwegs war, musste deutlich mehr Zeit einplanen. Denn die beiden Bauabschnitte der sieben Kilometer langen Strecke zwischen Buchholz und der Brunkauer Kreuzung gingen zeitlich anderes als geplant nicht nahtlos ineinander über, sondern es wurde zeitgleich gebaut. Während am ersten Abschnitt zwischen Brunkauer Kreuzung und Lüderitz noch die Markierung auf den neuen Asphalt gespritzt werden musste, frästen die Maschinen zwischen Lüderitz und Buchholz die beiden obersten Schichten - 14 Zentimeter dick - ab.

Drei Tage Verzögerung

"Weil mehr Masse abgetragen werden musste als geplant, verzögerten sich die Bauarbeiten um drei Tage. Für den zweiten Abschnitt waren die Maschinen aber bereits bestellt. Und damit wir nicht in Verzug geraten und den Endtermin halten können, entschieden wir uns kurzfristig für die Regelung mit der Baustellenampel. Denn wir konnten die Kraftfahrer ja nicht die zwei Umleitungsstrecken an beiden Abschnitten vorbei fahren lassen", begründet Manfred Krüger, Regionalbereichsleiter bei der Landesstraßenbaubehörde. Seit gestern Abend rollt der Verkehr über den neuen Asphalt des ersten Abschnittes. Die Umleitung von Stendal aus über Heeren und Bellingen sowie in der anderen Richtung von Lüderitz über Windberge, Wittenmoor und Vinzelberg nach Stendal ist jeweils rund 20 Kilometer lang - auch die Schwerlaster müssen sich über die teilweise engen Straßen wälzen.

Das Abfräsen des alten Belages nimmt etwa drei Tage in Anspruch. Zwei Maschinen arbeiten sich auf einer Breite von zwei Metern pro Minute zwölf Meter voran.

Weitere Bauarbeiten auf den Bundesstraßen plant die Landesstraßenbaubehörde in diesem Jahr nicht.

Auch wenn keine deutlich sichtbaren Schäden an der B189 zu sehen und zu spüren waren, so sei es höchste Zeit für die Erneuerung gewesen, "die Nutzungsdauer war schon längst überschritten", sagt Manfred Krüger. "Das ist wie beim Zahnarzt. Die kleinen Schäden dürfen gar nicht erst zu ganz großen werden. Denn wenn durch die feinen Risse erst einmal Regen dringt und es dann im Winter friert, dann nimmt auch die Tragschicht Schaden. Und die Reparatur wird dann um ein Vielfaches teurer und aufwendiger als jetzt."

Umleitung über Wust machten Anliegern Sorgen

Unterdessen wird auf der B188 (ostelbisch hinter Wust) gleich hinter der Landesgrenze auch gebaut. Zwischen dem Abzweig Schönhauser Damm und Buckow gibt es ebenfalls Umleitungen. Die in Richtung Berlin führt über Wust. Hier klagen die Anlieger über Erschütterungen durch die Schwerlaster. Das bereitet den Anliegern Sorgen. "Denn unserer Häuser stehen nach der Flut immer noch nicht auf sonderlich festem Grund", sagte eine Leserin am Volksstimme-Telefon. Bis Anfang November sollen die Bauarbeiten hier dauern.

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