Die Zukunft der Bahnverbindung Tangermünde-Stendal steht auf dem Prüfstand. Doch das letzte Wort ist noch längst nicht gesprochen. Das machte jetzt Wolfgang Ball, Pressesprecher der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH, deutlich.

Tangermünde l "Noch ist alles offen", sagte Wolfgang Ball, Sprecher der Nasa, gestern in einem Telefonat. Und er erklärte noch einmal, warum die Nasa unter anderem darüber nachdenke, die Zugverbindung zwischen Stendal und Tangermünde in Zukunft nicht mehr aufrechthalten zu wollen.

Mehr als 250 Millionen Euro stünden der Nasa als 100-prozentige Gesellschaft des Landes jährlich zur Verfügung, um Nahverkehrsleistungen einzukaufen. Im Zuge der Haushaltsdiskussion des Landes müsste die Nasa künftig mit 31 Millionen Euro weniger auskommen, machte Ball deutlich. "Deshalb ist es jetzt unsere Aufgabe, fachlich vorzubereiten, wo dieses Geld eingespart werden könnte", erklärte Ball.

Wenig frequentierte Strecken im Land stünden deshalb auf dem Prüfstand. Vor allem im Süden Sachsen-Anhalts gebe es einige davon. Und auch die Alma-Route mit ihren 400 bis 450 Reisenden an einem Wochentag beziehungsweise 250 bis 300 Reisenden am Sonnabend oder Sonntag gehöre dazu. Diese Fakten hätte die Gesellschaft zusammengetragen, um den Landespolitikern Entscheidungshilfen an die Hand geben zu können.

"Entscheidung wird im Landtag gefällt."

Nasa-Sprecher Wolfgang Ball

"Doch die Entscheidung wird im Landtag gefällt", machte der Pressesprecher deutlich. Wann das passieren würde, könne er nicht sagen. Doch Wolfgang Ball betonte: "Nicht Ende Dezember 2014, sondern frühestens Dezember 2015 würde der Zugverkehr zwischen der Elbestadt und der Kreisstadt eingestellt." So lange würden die finanziellen Mittel der Nahverkehrsgesellschaft reichen, um den bestellten Zugverkehr auch bezahlen zu können.

Der Tangermünder Ortsverband der CDU reagierte jetzt auf die vor wenigen Tagen in einer Randnotiz erwähnten Pläne der Nasa mit einem Schreiben an die Gesellschaft. Vorsitzender Thomas Fuhrmann und Stellvertreterin Hildegard Wynands erklären darin unter anderem: "Für uns ist die Streichung dieser Strecke nicht hinnehmbar. Hier müssen wir uns für die Bürgerinnen und Bürger Tangermündes einsetzen und bitten Sie, von diesen Plänen Abstand zu nehmen."

Für den CDU-Ortsverband sei es wichtig, dass die Lebensqualität im ländlichen Raum bestehen bleibt. Deshalb heißt es in dem Brief an die Gesellschaft weiter: "Die Verbindung Tangermünde-Stendal ist für unsere Region sehr wichtig, wird als Zubringer von vielen Arbeitnehmern sowie von vielen Berufsschülern genutzt. Dazu kommt noch der für uns wichtige Faktor Tourismus." Viele Touristen würden mit dem Fahrrad in die Stadt kommen, um von hier aus ihre Touren zu unternehmen und somit auch über mehrere Tage Gäste Tangermündes sein.