Stendal l Architekt Lutz Schwarzbrunn war ein wenig enttäuscht. Sein Vorschlag, doch einen Wettbewerb unter Graffiti-Künstlern auszuloben, um den neuen Bahnhofstunnel zu gestalten, stieß bei der Bahn auf wenig Gegenliebe. Stattdessen sollen die Wände grau gestrichen werden. Ein Untergrund, den nicht nur Schwarzbrunn für so etwas wie eine Einladung zum Sprayen hält.

Auf der Facebook-Seite der Volksstimme wurde das Thema ebenfalls kontrovers diskutiert. Die Meinungen reichten von Grau sei besser als bunt, da es sich schließlich um einen Bahnhof und nicht einen Zirkus handele bis zu der Befürchtung, dass der neue Bahnhofstunnel bald so aussehen werde wie der alte.

Doch möglicherweise wird Schwarzbrunns Anregung doch noch in die Tat umgesetzt. Auf Nachfrage der Volksstimme zeigte sich die Bahn nämlich gar nicht mehr so abgeneigt. Wir haben uns zunächst für eine neutrale Variante der Wandabwicklung entschlossen, da zur Zeit nur ein Teilbereich des Gesamttunnels betrachtet werden kann. In der Optik wurden die Farbtöne grau und gelb der bestehenden Anlage aufgegriffen und fortgeführt.

Mit Abschluss der Bauarbeiten könne man den Gedanken einer bunteren Gestaltung noch einmal aufgreifen. Bis dahin eine neutrale Farbwahl vorzunehmen, ist aus Sicht der Bahn sinnvoll.