Vor gut einem Jahr ging die Stendal-App online. Mit dem digitalen Stadtführer fürs Handy und Tablet will die Stadt Stendal neue Wege zur Tourismusförderung beschreiten. Knapp 138000 Mal wurde die Seite bisher aufgerufen.

Stendal l Heutzutage muss alles mobil sein: der Terminkalender, der Fahrplan für die Bahn, der Restaurantführer und die Sozialen Netzwerke sowieso. Die Menschen wollen jederzeit von jedem Ort auf alle Informationen zugreifen können, und das so schnell wie möglich. Dieser Trend macht auch vor Touristen nicht halt. Und weil Touristen für Stendal wichtig sind, hat sich die Stadt Stendal vor einem Jahr dafür entschieden, die Hansestadt mobil zu machen und sie in einer App (sprich: äpp, Abkürzung für Application, zu deutsch: Anwendung, mehr dazu siehe Infokasten) zu präsentieren.

Stendal-App wird seit einem Jahr aktiv genutzt

"Wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht", resümiert Matthias Neumann vom Veranstaltungsmanagement der Hansestadt. "Wir bekommen durchweg positive Rückmeldungen von Nutzern und sind mit der Resonanz zufrieden, wobei: Mehr geht ja immer". Die höchste Nutzerquote verzeichnete die App seit ihrem Erscheinen im Oktober und November des letzten Jahres. Knapp 11000 Nutzer hat die Stadt in diesen beiden Monaten registriert.Inzwischen wurde zirka 138000 mal die Seite aufgerufen.

"Das hat abgenommen", erzählt Neumann, "aber die App wird immer noch aktiv genutzt, die Leute sind also interessiert." "Stendal-App" nennt sich die mobile Anwendung für Smartphone und Tablet. Aber die Seite kann auch mit dem heimischen Computer unter www.stendal.cityguide.de aufgerufen werden. Hier hat sie das gleiche Format und Funktionen wie auf dem Handy.

Die Seite ist vor allem interessant für Leute, die sich schon vor dem Stendal-Besuch über die Rolandstadt informieren möchten. Sie ist in einzelne Rubriken gegliedert und in den Wappenfarben grün und rot gehalten. Wer will, findet hier alle Informationen zu Sehenswürdigkeiten, der einheimischen Gastronomie und Freizeitangeboten.

Mit einem Klick, ob per Maus am PC oder mit dem Finger auf dem Handy, bekommt man die Informationen, die man sucht, wird auf entsprechende Internetseiten weitergeleitet und bekommt gleich Telefonnummern und Anfahrtswegen dazu.

In Zusammenarbeit mit der Firma Cityguide, die die App baut und auf Anregung der Stadt aktualisiert, und dem EHS-Verlag ist die Stendal-App für die Stadt Stendal ein Pilotprojekt. "Wir wollten einfach ausprobieren, ob wir mit dieser modernen Variante die Leute erreichen können", sagt Sandra Slusarek, Pressesprecherin der Stadt Stendal. "Der Vorteil an der App ist, dass wir uns jung, dynamisch und modern präsentieren können. Andererseits können wir kostenneutral auf uns aufmerksam machen, denn die App kostet nichts. Aber wir werben für uns auch auf unserer Internet-Seite und auf Facebook."

Klassische Touristenführer sind nach wie vor gefragt

Und was ist mit den klassischen Touristenführern wie Broschüren, Falt- und Klappkarten? Haben diese in Zeiten digitaler Anwendungen ausgedient? "Im Gegenteil, erzählt Nicole Laupsin, ebenfalls vom Veranstaltungsmanagement der Stadt. "Da besteht nach wie vor eine sehr große Nachfrage. Auch die Touristeninformation wird sehr rege genutzt."

Das hat den Vorteil, dass man die Stadt auch dann erobern kann, wenn kein Internet zur Verfügung steht. Für Mobil-Fans ist die Stendal-App aber eine moderne Alternative.