Von Wolfgang Biermann

Stendal l Das Landgericht Stendal hat in der vergangenen Woche einen 26-Jährigen aus einem Ort bei Stendal zu zweieinhalb Jahren Gefängnis wegen Drogenbesitz und Handeltreiben verurteilt. Außerdem wies die 2.Große Strafkammer unter Vorsitz von Richterin Dietlinde Storch die Unterbringung des Angeklagten zur Drogentherapie im Maßregelvollzug an. Damit ging ein schon im Mai begonnener Prozess mit umfangreicher Beweisaufnahme zu Ende.

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft hatte dreieinhalb Jahre Gefängnis gefordert, der Verteidiger eine Bewährungsstrafe und dazu eine freiwillige Therapie außerhalb des Maßregelvollzuges. Angeklagt waren 18 Fälle, wovon die Richter jedoch etliche als nicht erwiesen ansahen. Dafür erfolgten Teilfreisprüche. Der Angeklagte hatte die Tatvorwürfe weitgehend bestritten. Er wolle nur gelegentlich für den Eigenkonsum Drogen erworben haben. Dagegen sprachen Ermittlungen von Stendaler Drogenfahndern, die den Angeklagten am 15.Januar mit Rauschgift aus einem Zug aus Richtung Hannover kommend nach längerer Observierung und Abhören seiner Telefone festgenommen hatten.

Pump-Gun-Fund und weitere Vorwürfe

In die nunmehr ausgesprochenen Freiheitsstrafe ist ein Strafbefehl des Amtsgerichts Magdeburg einbezogen worden. Am 16. Mai vorigen Jahres soll der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft "wie eine wilde Sau" durch die Landeshauptstadt gerast sein, dabei etliche Autos beschädigt und Unfallflucht begangen haben.

Mit dem noch nicht rechtskräftigen Urteil hat der Fall indes wohl nicht seinen Abschluss gefunden. Denn die Ermittler hatten bei einer Durchsuchung eine sogenannte Pump-Gun (Repetier-Schrotflinte) gefunden und auch Munition dazu. Diese Waffe soll bei einer Grenzkontrolle an der Schweizer Grenze am 1. September 2013 eine Rolle gespielt haben. Die Schweizer hatten wohl Fotos der Flinte auf dem Handy des Angeklagten entdeckt.

Außerdem steht noch Urkundenfälschung im Raum. Fahrzeugpapiere des TÜV-Nord sollen nachgemacht worden sein. Und schließlich erhoffen sich die hiesigen Ermittler noch weitere Ansatzpunkte zu einem anderen Drogenfall. Klarheit soll dazu ein Gutachten des Bundeskriminalamtes bringen.