Stendal l Es gibt nach Firmenangaben kaum größere Beeinträchtigungen im Produktionsablauf bei den Stendaler Milchwerken, nachdem in der vergangenen Woche in einigen Milchmischgetränken Bakterien festgestellt worden sind (die Volksstimme berichtete). Die Produktion der Milchmischgetränke war daraufhin von dem Unternehmen gestoppt worden, Behörden hatten nicht eingegriffen (die Volksstimme berichtete). Die Gesamtproduktion laufe fast in vollem Umfang weiter, hieß es am Wochenende.

Täglich 45000 Liter Milch für die Mischgetränke

Nachdem die Milchwerke in der vergangenen Woche keine Informationen herausgaben und lediglich allgemeine Hinweise über eine Berliner Medienagentur veröffentlichten, gab es am Wochenende auf Volksstimme-Nachfrage doch ein paar Zahlen.

Demnach liegt der Anteil der Produktion von Milchmischgetränken bei rund fünf Prozent. Von den täglich rund 850000Litern Milch, die derzeit im Stendaler Werk verarbeitet werden, gehen normalerweise rund 45000 Liter in die Milchmischgetränkeproduktion. Davon wiederum wird nur ein Teil für die Produktion der Getränke von Mars verwendet, der die Produkte hauptsächlich in Großbritannien verkauft. Dort hatten Konsumenten über Übelkeit und Durchfall geklagt, es gab eine Rückrufaktion, die später auch andere Länder betraf.

Die vier betroffenen Getränke Mars Milk, Bounty Drink, Snickers Shake und Milky Way Milk) werden "bis zum Abschluss unserer sorgfältigen Untersuchungen vorerst nicht mehr produziert", teilte Juliane Hollenhorst von der Agentur Advice Partners GmbH am Freitagabend mit. Diese Produktion mache nur "einen sehr kleinen Teil der Produktion aus", so Hollenhorst. Durch Schichtverlagerungen sei der Gesamtumfang der Produktion in den Milchwerken "praktisch unverändert". Für die Mitarbeiter gebe es mithin keine negativen Konsequenzen wie Zwangsurlaub oder Kurzarbeit.

Neue Halle geht wie vorgesehen bald in Betrieb

Auch der Zeitplan für die Inbetriebnahme der zweiten Produktionshalle, die in diesem Jahr für rund 20 Millionen Euro errichtet worden ist, ist nach Angaben von Hollenhorst nicht beeinträchtigt. "Hier wird ein gänzlich anderes Portfolio hergestellt werden", sagt die Sprecherin.

Das Unternehmen besitzt 14Sprühtrocknungsanlagen und stellt viel Babynahrung sowie Getränke und Milchpulver her.