Der Landkreis Stendal ist der einzige in Sachsen-Anhalt, der den Eichenprozessionsspinner bekämpft. Erster Beigeordneter Denis Gruber erklärte den Mitgliedern des Umweltausschusses, wie der Kampf gegen den Schädling aussieht.

Stendal l 1826 tauchte der Eichenprozessionsspinner erstmals im Bereich des heutigen Nordrhein-Westfalen auf. 1936 machte er sich im Elb-Havel-Land breit. Und auch heute noch ist er eine Plage in der Altmark. Bei der Sitzung des Ausschusses für Ordnung, Umwelt und Landschaftsschutz stellte der Erste Beigeordnete Denis Gruber (SPD) die Maßnahmen des Landkreises zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners vor.

"Wir sind der einzige Landkreis in Sachsen-Anhalt, der etwas gegen den Eichenprozessionsspinner unternimmt", sagte Gruber. Er räumte allerdings auch ein, dass es unmöglich ist, alle befallenen Bäume zu erreichen. Unter anderem liege das daran, dass manche Gebiete an Landesstraßen der Landesforst gehören, die den Eichenprozessionsspinner nur alle zwei Jahre bekämpft. Außerdem habe das Land die Unterstützung der Maßnahmen deutlich gekürzt - von 573000 auf 132000 Euro im Jahr.

Der Landkreis lässt sich die Bekämpfung 100000 Euro im Jahr kosten. Er ist für die Maßnahmen aus der Luft zuständig. Mit Hubschraubern wird ein Mittel namens Dimilin 80 gesprüht. 50 Gramm pro Hektar sind davon notwendig. Allerdings zeichnet sich für die künftige Bekämpfung ein Problem ab. Dimilin ist nur noch bis zum Ende des Jahres genehmigt, eingesetzt werden darf es noch bis zum 31. Dezember 2016.

Vorräte des Giftes angelegt

"Wir haben uns schon für die Jahre 2015 und 2016 Vorräte angelegt", informierte Gruber. Danach allerdings werde auf das Alternativmittel Dipel ES zurückgegriffen werden müssen. Das macht Gruber nicht gerade glücklich, denn das Mittel ist teurer und weniger effektiv als Dimilin. Acht Stunden war der Hubschrauber für den Landkreis im Einsatz. Es wurde eine Fläche von rund 275 Hektar abgeflogen, im vergangenen Jahr waren es 220 Hektar.

Für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners am Boden sind die Einheits- und Verbandsgemeinden zuständig. Sie kümmerten sich um 1500 Bäume. "Es muss kontinuierlich etwas getan werden, sonst gibt es in den betroffenen Gebieten in ein paar Jahren keine Eiche mehr", machte Gruber klar. Besonders deutlich zu sehen sind die Folgen des Schädlings an der Landstraße zwischen Vehlgast und Kümmernitz. Insgesamt ist Gruber aber mit der Bekämpfung "zufrieden".

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