Stendal l Internationale Krisen, die auf die deutsche Wirtschaft durchschlagen? Nicht in der Altmark. So interpretiert die Stendaler Arbeitsagentur die Arbeitsmarktdaten der Region, die seit gestern für den zu Ende gehenden Monat vorliegen. "Mit einer leichten Verringerung der Arbeitslosigkeit zeigt sich der altmärkische Arbeitsmarkt im August von den internationalen Krisen eher unbeeindruckt", schlussfolgert Dörthe Engelhardt- Rothenberger, Bereichsleiterin der Stendaler Arbeitsagentur.

Die Sommerflaute neige sich dem Ende zu und die Herbstbelebung werde eingeläutet, heißt es weiter im Arbeitsmarktbericht.

Dieser Optimismus lässt sich auch in Zahlen ausdrücken:

Waren im Juli altmarkweit 11498 Frauen und Männer arbeitslos, sind es zum Ende des Monats August noch 11422, das sind 76 Arbeitslose weniger. Wobei es hier korrekter ist, von arbeitslos gemeldeten Personen zu sprechen. Zählt man die Frauen und Männer dazu, die in Maßnahmen oder Weiterbildungen der Arbeitsagentur beschäftigt sind und die Vorruhestandsregelungen nutzen, steigt diese Zahl auf 15787 Altmärker, "Unterbeschäftigte" im offiziellen Sprachgebrauch.

Apropos offiziell: Die Arbeitslosenquote im August beträgt 10,6 Prozent.

Allerdings ist der altmärkische Arbeitsmarkt keine homogene Masse. Von der "eingeläuteten Herbstbelebung" profitierten vor allem Männer. 172 beendeten ihre Arbeitslosigkeit. Bei den Frauen hingegen stieg die Zahl derer, die von Arbeitslosengeld leben müssen, um 96. Bei den Jugendlichen bis 25 Jahre um 85. Bei den Frauen sei das Auslaufen von befristeten Arbeitsverträgen in der Sommerpause vor allem im Dienstleistungssektor dafür der Grund. Der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit wird damit begründet, dass sich viele Jugendliche in der Phase zwischen Schule und Ausbildungsbeginn arbeitslos meldeten. Hinzu kämen Studien- und Ausbildungsabsolventen, die aktuell noch auf der Suche nach einer Beschäftigung sind.

Unterschiede gibt es auch, wenn man die Landkreise einzeln betrachtet. Im Landkreis Stendal beträgt die Arbeitslosenquote 12,3 Prozent. Der zweitschlechteste Wert landesweit. Im Altmarkkreis Salzwedel hingegen ist die Arbeitslosenquote mit 8,4 Prozent eine der geringsten im Land. Unter dem Strich bleibt, dass die Arbeitslosenquote über die Jahre betrachtet sinkt, wenn auch geringfügig. Im August des vergangenen Jahres lag sie noch bei 11,1 Prozent und im letzten Sommermonat des Jahres 2012 bei 12,1 Prozent.