Heute machen sich die beiden Stendaler Brüder Dirk und Jörg Muszczak auf den Weg nach Barcelona. Am Wochenende nehmen sie dort an den 24 Stunden von Barcelona teil. Ihr Ziel: Bis zum Sonntag durchhalten.

Stendal l "Am Montag geht`s los", sagt Dirk Muszczak (42). Dann wird er mit seinem Bruder Jörg aufbrechen in Richtung Barcelona. Am Wochenende startet der 32-Jährige beim Rennen "24 Stunden von Barcelona". Die Aufregung ist fast greifbar auf dem Werkstatthof in Stendals Norden.

Für die beiden Brüder ist der Motorsport seit gut zwei Jahren eine Leidenschaft. 2012 starteten sie erstmals mit einem VW Corrado beim Bördesprint in Oschersleben. Und holten sich dabei auch Erfolge. Bei zwei Starts wurden sie zweimal Klassensieger und zweimal Gesamtvierter. Der Reiz des Motorsports? "Von vielem ein bisschen", sagt Dirk, "Technik, Geschwindigkeit, der Wettbewerb." Reich werde man damit auch bei Erfolgen nicht. "Man kann ein kleines Vermögen machen, wenn man vorher ein großes hatte", sagt er schmunzelnd.

Teilnahme kostet knapp 7000 Euro

Und nun soll es Barcelona sein. Bekannte aus der Rennfahrer-Szene hatten ihnen gesagt, dass man dort unbedingt einmal starten sollte. Das Rennen in der katalanischen Hauptstadt sei die Nummer zwei hinter den 24 Stunden vom Nürburgring. Die Teilnahme ist kostspielig. Fast 7000 Euro müssen dafür auf den Tisch geblättert werden. Die Muszczaks haben zwei Fahrer engagiert, die sich den Platz hinterm Lenkrad gekauft haben und abwechselnd mit Jörg Muszczak ihre Runden aus der Formel-1-Strecke in Barcelona drehen werden. Bernhard Wagner aus Österreich und der Deutsche Manuel Brinkmann komplettieren das Team, das mit der Nummer 40 an den Start geht. Und zwar mit einem Seat Leon. Was nach einem gemütlichen Auto für jedermann klingt, bekommt durch den Zusatz Super Copa schon einen anderen Klang, der durch die technischen Daten noch vervollständigt wird: 320 PS, 2000 Kubikzentimeter Hubraum. Ein Gelenkbus hat im Schnitt 200 PS und transportiert gut 100 Fahrgäste, da lässt sich erahnen, mit welcher Kraft der Seat mit dem Motor aus einem Audi S 3 durch die Kurven getragen wird. Der Name wiederum klink harmlos. Elsa steht auf dem Heck des grün-gelb-schwarzen Tourenwagens. "Das ist der Name meiner sieben Monate alten Tochter", verrät Dirk. Die muss ebenso zu Hause bleiben wie seine Ehefrau und Jörgs Freundin. Doch die beiden Brüder werden von ihren Partnerinnen unterstützt, auch wenn sie viel Zeit in ihr Hobby investieren. Rennstrecke im Sommer, Werkstatt im Winter.

Jörg mag sich die Aufregung nicht anmerken lassen. "Das Lampenfieber ist ganz doll, aber man darf nicht drüber nachdenken", sagt er. Wichtig sei, nichts zu vergessen. Am besten wäre es, unter Strom zu bleiben, bis sich der rund 20 Meter lange Truck vom Werkstatthof auf die 1800 Kilometer lange Strecke nach Barcelona macht. Für das Rennen selbst sieht er in Sachen Nerven keine Probleme. "Im Auto bin ich ganz ruhig", versichert er. Ob das mit dem Schlafen in den Fahrpausen klappt, ist er sich allerdings nicht ganz sicher. "Da muss man sich eben zu zwingen", meint der 32-jährige Stendaler.

Am Sonnabend fällt um 12 Uhr mittags in Barcelona der Startschuss. 24 Stunden später will er die schwarz-weiß karierte Zielflagge sehen. Und das nicht aus dem Zuschauerraum: "Durchkommen, das ist das Ziel".