Seit vier Monaten ist Schloss Schönfeld verkauft. Das Anwesen samt Park gehört seit dem 1. Mai dem Unternehmer-Ehepaar Susanne und Manuel Scpincka. Die beiden Hamburger wollen einen Veranstaltungsort für Events entwickeln.

Schönfeld l "Der Ort hat eine ganz spezielle Aura", erzählt Manuel Scpincka (53), dem seit 1. Mai dieses Jahres zusammen mit Ehefrau Susanne (47) das Schloss Schönfeld gehört. "Wenn man mit dem Auto über die Pflastersteine ins Dorf fährt und dann bei der Einfahrt zum Schloss von zwei mächtigen Bäumen begrüßt wird, ist das schon ein großartiges Gefühl", schwärmt Scpincka und seine Ehefrau pflichtet ihm bei. Das Hamburger Ehepaar wohnt in Schenefeld (bei Hamburg) und auf Mallorca. Wenn sie an den beiden Wohnorten ankommen, sind damit auch entsprechende Gefühle verbunden. "Doch Schönfeld ist noch einmal etwas ganz anderes", erklären die neuen Schlossbesitzer unisono.

Nach Jahrzehnten der Selbstständigkeit haben sich Susanne und Manuel Scpincka vor knapp zwei Jahren aus dem "Kerngeschäft" ihrer Unternehmen zurückgezogen. Sie war Bankdirektorin und kaufte vor elf Jahren ein Hamburger Sportstudio. Er war erfolgreich im Großhandel tätig. Nach dem Rückzug aus dem aktiven Geschäftsleben waren beide auf der Suche nach einem neuen Projekt. Im Internet gaben sie "Schloss kaufen" ein und es erschien Schönfeld. Schloss und Park waren für "nur" 850 000 Euro zu haben. Der Entschluss zum Kauf der Immobilie war schnell gefallen. Das Wortspiel mit dem Wohnort Schenefeld spielte dabei aber keine Rolle. "Es war aber ein schöner Zufall", erzählt Susanne Scpincka.

Die vergangenen vier Monate legten die neuen Besitzer kräftig Hand am Gebäude und im Park an. Die Regenrohre waren falsch angeschlossen, der Keller war feucht, so dass die Außenwand freigelegt werden musste, und die Flächen sowie Wege des Parkes mussten wieder auf Vordermann gebracht werden. "Um alles zu mähen, benötigt mein Mann mit dem Rasentraktor eine Stunde und 40 Minuten", erzählt die Schlossbesitzerin nicht ohne Stolz.

Die Arbeiten an Haus und Park betrachten die Eheleute als selbstverständlich. Etwas ärgerlich sind sie, dass ihnen die Vorgänger den Projektstart erschweren. Susanne und Manuel Scpincka wollen Schloss Schönfeld zu einem Event-Schloss entwickeln. Hier sollen an Wochenenden oder auch wochenweise Veranstaltungen angeboten werden. Ein Dauerbetrieb ist nicht vorgesehen.

Um ihr Projekt umzusetzen, haben die Hamburger eine Nutzungsänderung beantragt. Sie wissen, dass bereits ihre Vorgänger eine Menge Auflagen, vor allem was den Brandschutz betrifft, zu erfüllen hatten. Dem sind sie aber nie nachgekommen. Genauso sind in den vergangenen Jahren zahlreiche Firmen auf ihren Rechnungen sitzen geblieben. "Durch unsere Vorgänger hatten wir zunächst einen schlechten Start", erzählt Manuel Scpincka.

Mit Blick auf den Brandschutz steht bereits fest, dass im Schloss ein zweites Treppenhaus als zweiter Fluchtweg entstehen wird. "Erst, wenn wir alle Grundlagen für das geplante Eventschloss geschaffen haben, werden wir daran gehen, unser Projekt umzusetzen", erklären Susanne und Manuel Scpincka. Auch mit Blick auf die 200, 300 Gäste, die sie zu den Events erwarten. In diesem Jahr wird es aber noch keine Veranstaltungen im Schönfelder Schloss geben. Derweil wird die künftige Event-Location aber bereits im Internet beworben. Unter www.eventschloss-schoenfeld.de sind erste Infos erhältlich.

Im Januar dieses Jahres waren die Eheleute Scpincka zum ersten Mal in Schönfeld. "Wir wussten nicht, wo wir landen", erzählen die beiden Hamburger. Weder zu Sachsen-Anhalt noch zur DDR hatten sie zuvor einen Bezug. "Es war Liebe auf den ersten Blick", berichten die neuen Schlossbesitzer von ihrem ersten Besuch. "Wenn wir das Schloss und den Park erhalten und für eine Nutzung herrichten können, wäre das für uns ein gutes Gefühl. Auch mit dem Hintergund, etwas für die Region zu machen."