Das Polizeirevier Stendal setzt die Reform des Innenministeriums in mehreren Schritten um. Wann die Polizeistationen im Landkreis geschlossen werden sollen, wollte Polzei-Chef Wolfgang Gehrke gestern nicht sagen.

Stendal l Ein erster großer Schritt zur Neustrukturierung der Polizeiarbeit im Polizeirevier Stendal ist gemacht. Ab sofort gibt es in der Stadt Stendal mit seinen Ortsteilen vier Regionalbereichsbeamte (RBB), die den Kontakt zu den Bürgern suchen und als Ansprechpartner nach außen hin auftreten sollen.

Stendals Polizeichef Wolfgang Gehrke stellte die Kollegen vor, die künftig für die Sorgen und Nöte der Menschen ein offenes Ohr haben und die Präsenz in der öffentlichen Wahrnehmung der Polizei erhöhen sollen (siehe Infokasten). Neben der Nähe zur Bevölkerung soll es auch eine größere Verzahnung mit dem Ordnungsamt der Stadt geben, erläuterte Gehrke im Beisein von Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) und Ordnungsamtsleiterin Ulla Fernitz.

Fünf Stationen sollen geschlossen werden

Die sogenannten Regionalbereichsbeamten sind in einem größeren Zusammenhang zu sehen und stellen den Anfang einer Neuorganisation der Polizeiarbeit im Land dar. Zu dieser Reform gehört auch, dass alle 69 Polizeistationen Sachsen-Anhalts geschlossen werden sollen - dazu gehören im Landkreis Stendal die Stationen in Bismark, Tangermünde, Tangerhütte Hohenberg-Krusemark und Seehausen.

Darüber hinaus soll bis zum Jahre 2020 die Zahl von landesweit rund 8400 Polizeibediensteten um rund 30Prozent auf etwa 6000 reduziert werden (die Volksstimme berichtete). Als Hauptargument für die Sparpläne werden die sinkenden Einwohnerzahlen genannt.

"Die Pläne liegen noch beim Innenministerium. Ich kenne keine Zahlen, wie sich die Reform auf den Stellenplan in unserem Revier auswirkt", sagte Gehrke gestern.

Wann im Landkreis die Polizeistationen geschlossen werden, wollte der Polizeichef gestern nicht sagen. Gehrke wollte die Reform ohnehin nicht ausschließlich an der Schließung der Polizeistationen festmachen. "Auch dort haben Bürger möglicherweise mal vor einer verschlossenen Tür gestanden", sagte Gehrke. Insofern sei der Unterschied zur neuen Struktur nicht so evident, wie dies in der Diskussion gelegentlich gemacht werde.

"Wir sehen uns als großes Revier mit sechs Streifenkreisen", sagte Gehrke. Sechs Funkstreifenwagen sollen künftig 24Stunden im Landkreis unterwegs sein. Dazu kommen insgesamt 20 Regionalbereichsbeamte. Während im Stadtgebiet Stendal vier RBB vor Ort präsent sind, sollen dies in den übrigen acht Einheits- und Verbandsgemeinden jeweils zwei sein.

In absehbarer Zeit soll es im Stendaler Rathaus Sprechstunden der Polizei geben. "Es kann im Prinzip sofort losgehen", sagte Oberbürgermeister Klaus Schmotz. Er befürwortet die sich nun abzeichnende intensivierte Zusammenarbeit. Auch Ordnungsamtleiterin Ulla Fernitz sieht eine Entlastung für sich und ihre zehn Kollegen des Stadtordnungsdienstes. "Es gibt häufig Anfragen, wo wir die Leute dann nur an die Polizei verweisen können.

"Für uns ist die Zusammenarbeit in den Ortschaften von besonderer Bedeutung", sagte Gehrke. Die Regionalbereichsbeamten würden daher in den kommenden Wochen auch verstärkt den Kontakt zu den Ortschaftsräten suchen.