Mit einer geballten Ladung Frauenpower startet das Theater der Altmark in die neue Spielzeit. Mit dem Projekt "Traumfrauen" soll nicht nur mehr Bürgernähe geschaffen, sondern auch Arbeitsbereiche entlastet und Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt geschaffen werden.

Stendal l Pünktlich zum Start in die neue Spielzeit bekommt das Stendaler Theater der Altmark Verstärkung - vor allem weibliche. Und nicht nur das ist neu: Es gibt auch ein neues Motto ("Familien"), neue Stücke, neue Mitarbeiter (in der Schneiderei und der Lichttechnik, bei den Schauspielern hat Tom Weber seit gestern einen festen Arbeitsvertrag) und ein neues Projekt der Superlative. Neun "Traumfrauen" und ein Quotenmann verstärken seit gestern nicht nur das Theater-Team, sondern auch die Stadt Stendal und auch das Jobcenter.

Mit Pilotprojekt Chancen auf Arbeitsmarkt steigern

"Traumfrauen" heißt das neue Projekt. Mit dabei sind die besagten Damen und ein junger Mann, die über das Stendaler Job-Center vermittelt wurden. "Diese Frauen haben seit längerer Zeit Schwierigkeiten, sich auf dem ersten Arbeitsmarkt einzugliedern", erklärt Marion Emmer vom Stendaler Jobcenter. "Sie sind mehrfach benachteiligt, als Frau, als alleinerziehende Mütter und als Langzeitarbeitslose. Mit dieser Chance, als Arbeitskräfte für die Stadt und das Theater zur Verfügung zu stehen und sich dazu auch künstlerisch auszuprobieren, wollen wir das Selbstbewusstsein der Frauen stärken und sie herausfinden lassen, wo ihre eigenen Stärken liegen."

Genau darin liegt der Kernpunkt des Traumfrauen-Projekts. Mit einem Arbeitsvertrag in der Tasche, gefördert durch Bundesmittel, werden diese Frauen dort eingesetzt, wo die Personaldecke in der Stadt Stendal besonders dünn ist: in der Verwaltung, im Tourismusbüro der Stadt, hinter den Kulissen des Theaters und natürlich auch auf dessen Bühne.

"Daneben werden sie ein Theaterstück einstudieren", erklärt Oberspielleiter David Lenard. "Worum es dabei gehen wird, das wissen wir noch nicht. Das Stück entsteht aus den Ideen, die die Frauen einbringen. Aber ich bin mir sicher, dass es toll wird." Die Freude ist groß, nicht nur bei denen, die seit gestern wieder stolze Besitzer eines Arbeitsvertrages sind, sondern auch allen, die an dem Pilotprojekt beteiligt sind.

Theater-Intendant Alexander Netschajew spricht von einem Projekt in dem alle Beteiligten nur gewinnen könnten. "Die Personaldecke im Theater ist dünn, die neuen Mitarbeiter sind eine große Bereicherung, vor allem deshalb, weil ihre Arbeitsplätze mit Bundesgeldern finanziert werden und nicht die Stadtkasse belasten." Oberbürgermeister Klaus Schmotz sieht in dem Projekt noch mehr Nähe zum Bürger, "obwohl unser Theater wirklich schon sehr bürgernah arbeitet", findet er.

"Doch indem die Menschen sich hier selbst ausprobieren können, steigern wir auch die Begeisterung. Nur so können wir den Theaterbetrieb dauerhaft sichern." Ziel dieses Projektes ist es, am Ende nicht nur ein persönliches, individuelles Theaterstück zu präsentieren, sondern die Frauen auch einen Schritt näher an den ersten Arbeitsmarkt gebracht zu haben. Die Chancen stehen gut.

Magnus Urban vom Theater-Cafè Stendhal, freut sich über die Verstärkung von zwei Mitarbeiterinnen und kann sich vorstellen, diese nach Ablauf des Projektes zu übernehmen. Das wäre ein Traum für die Traumfrauen - aber auch für die Stadt, das Jobcenter und das Theater.

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