Für die Landesplanung muss die Stendaler Stadtverwaltung derzeit neue Grenzen festlegen. Es geht um die Ausweisung eines Fördergebietes, dem sogenannten Zentralen Ort. Für Wahrburg scheint der Status vorerst noch sicher.

Stendal l In absehbarer Zeit - nach 2019 - könnte der Stendaler Ortsteil Wahrburg als solcher wegfallen. "Wir haben Schwierigkeiten, den Ortsteil klar von der Kernstadt abzugrenzen", sagt Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU). Diese Abgrenzung jedoch verlangt das Land mit der Neufestlegung der sogenannten Zentralen Orte. "Für Wahrburg haben wir keine Gemarkungsgrenzen, wie dies bei den übrigen Ortsteilen der Fall ist", sagt Schmotz auf Anfrage. In Wahrburg erfolgt die Festlegung anhand von Straßen.

"Wahrburg hat sich gut entwickelt und hat auch seine eigene Identität, von daher sollte der Ort als eigenständiger Ortsteil erhalten bleiben", sagt der Verwaltungschef. Er geht davon aus, dass der Status zumindest noch für fünf Jahre erhalten werden kann. "Wir dürfen uns aber nicht in den Schlaf wiegen."

In der kommenden Woche gibt es im Stadtentwicklungsausschuss und dann am 6.Oktober im Stadtrat eine Vorlage zur Neuabgrenzung des Zentralen Ortes Stendal, der seine Gültigkeit bis zum Jahre 2019 haben soll. "Zumindest so lange müsste der Status von Wahrburg als Ortsteil gewahrt bleiben", sagt der Oberbürgermeister. "Wir sind schon etwas verunsichert", sagt Ortsbürgermeisterin Carola Radtke. Der Ortschaftsrat hatte das Papier in dieser Woche in einer Sitzung vorliegen. "Von der Verwaltung habe ich die Aussage, dass sich für uns nichts ändert", so Radtke.

Industriepark Borstel bleibt landesweit wichtig

Neben der Abgrenzung von Wahrburg vom Kernstadtgebiet geht es in der Vorlage vorrangig darum, dass der so definierte Zentrale Ort im Norden mit dem Gewerbegebiet Nord (Akazienweg, Fliederweg) abschließt und damit Borstel mit Flugplatz sowie dem geplanten Industriegebiet ausklammert. Bisher war dies Mitbestandteil. Die Ausklammerung ist nach Angaben der Verwaltung jedoch kein Problem, da der Industriepark, der direkt an der geplanten A14 angesiedelt werden soll, in der Landesplanung ohnehin als "Standort mit übergeordneter strategischer Bedeutung" ausgewiesen ist.

Nach Angaben von Schmotz wäre es sinnvoll, wenn alle Ortsteile unter dem Zentralen Ort zusammengefasst wären. "Dann könnten wir mehr Einwohner und eine größere Fläche vorweisen. Dies wiederum würde sich bei Förderprogrammen und auch beim Finanzausgleich finanziell positiv auswirken", so Schmotz. Die Planungsexperten des Landes wollen mit dem Zentrale-Orte-System jedoch kompakte Gebiete ausweisen. "Das ist ein Interessenskonflikt", so Schmotz. Die nun gefundene Lösung wurde in Absprache mit der Regionalen Planungsgemeinschaft Altmark, dem Landkreis sowie der Stadt getroffen.