Bislang war mit Kosten von rund 1,6 Millionen Euro für eine Sanierung des Bauhofes am Uchtewall kalkuliert worden. Jetzt könnte es sogar 200000 Euro billiger werden.

Stendal l Der Gang über das Areal des Stendaler Bauhofs am Uchtewall - hinter der Polizei - ist eine kleine Zeitreise. Zu DDR-Zeiten wurden dort die Platten für den Bau von Stendal-Stadtsee vorproduziert. In den Hallen finden sich noch alte DDR-Blümchentapeten. Auch die Toiletten und die Werkstätten sind mehr als 40Jahre alt. "Das ist hier alles nicht mehr zeitgemäß", sagt Silke Pidun. Die Leiterin des Amtes für Technische Dienste bei der Stadtverwaltung hat selbst ihr Büro in einem der maroden Gebäude. Seit 2000 arbeitet der Bauhof dort unter diesen Bedingungen.

Allein die Fürsogepflicht für die Mitarbeiter verlange es, dass beim Bauhof bald etwas passiert, sagt Silke Pidun. Bereits im vergangenen November hatte die Verwaltung dem Stadtrat einen Vorschlag für eine Sanierung gemacht. Es sollten zwischen 2014 und 2018 in Etappen 1,6 Millionen Euro investiert werden (die Volksstimme berichtete). Ursprünglich sollte schon in diesem Jahr ein Salz- und Splitlager gebaut werden. Darüber hinaus sollte das bisherige Salzlager zu einer Fahrzeughalle umgebaut werden. Insgesamt waren für die erste Stufe 348000 Euro veranschlagt worden. In der Zwischenzeit hat die Verwaltung ermittelt, dass auf dem alten Gelände rund 2,2 Millionen Euro investiert werden müssten.

Im Technologiepark finden Büros und Werkhallen Platz

Nun liegt ein gänzlich neuer Vorschlag vor. Demnach soll der Bauhof an die Arneburger Straße in und neben den Technologiepark umziehen. "Das hat einige Vorteile", sagt Silke Pidun. Der schlagkräftigste ist dabei, dass das Gesamtvorhaben um mehrere Hunderttausend Euro günstiger wäre. "Es braucht dort kein neues Verwaltungsgebäude errichtet werden, weil wir Flächen des Technologieparks nutzen können", sagt die Amtsleiterin.

Im heute tagenden Finanzausschuss (18 Uhr, Rathaus, Rolandzimmer) sollen die Pläne im Detail vorgestellt werden. Insgesamt hat die Verwaltung für die Ansiedlung des Bauhofs an der Arneburger Straße Kosten in Höhe von 1,42 Millionen Euro veranschlagt, wobei für Abschreibung, Zinsen, Tilgung und Miete jährlich rund 122000Euro zu veranschlagen sind. Eine 13000 Quadratmeter große Fläche, die unmittelbar an den Technologiepark an der Arneburger Straße 24 angrenzt, ist im Besitz der Stadt, so dass für Grunderwerb keine Kosten entstehen. Dort müssten nur die Neubauten wie Fahrzeughalle, Streuguthalle und Waschhalle gebaut werden sowie die Außenanlagen und die Schüttgutboxen hergerichtet werden.

Neues Konzept schneller umsetzbar als alter Plan

Für den Umbau im Technologiepark hat die Verwaltung 250000 Euro veranschlagt. Es sollen Werkhallen für eine Tischlerei sowie für Metallbau (Maschinen- und Fahrzeugreparatur) entstehen. An den Büroräumen besteht kein Änderungsbedarf.

"Wenn der Stadtrat das neue Konzept beschließt und die Mittel zur Verfügung stellt, kann der Umzug sicherlich schnell passieren", sagt Stadtsprecher Klaus Ortmann. Nach der alten Planung wäre die Sanierung erst 2018 abgeschlossen gewesen.

Neben dem Standort an der Arneburger Straße hat die Verwaltung auf Anregung aus der Stadtpolitik zwei weitere Areale auf ihre Eignung für den Bauhof untersucht, aber wieder fallengelassen. Einerseits war dies das ehemalige Obi-Gelände an der Tangermünder Straße 4a sowie das ehemalige Eon-Avacon-Gelände an der Arnimer Straße 1. "Es musste nicht eingehend geprüft werden, weil schnell klar war, dass die Grundstücke ungeeignet sind", sagt Georg-Wilhelm Westrum, Leiter Amt für Stadtumbau und Sanierung.

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