Mit einem verkaufsoffenen Sonntag und Moonlight-Shopping wollen die Händler Kunden anlocken. Das wurde beim Stammtisch des Marketingvereins besprochen.

Stendal l Der Eintrag im Vereinsregister fehlt zwar noch, aber der Verein Stadtmarketing Stendal rüstet sich dennoch für die kommenden Aufgaben. Am Donnerstagabend war der Sushi Point an der Breiten Straße Treffpunkt für den ersten Stammtisch des Vereins. Nicht nur die Mitglieder, sondern auch Interessierte waren dazu eingeladen. Verglichen mit der Gründungsversammlung am 15. Juli im Stendaler Rathaus waren nicht viele neue Gesichter zu entdecken. Aber Vorsitzender Sandro Wulf und sein Stellvertreter Norbert Baumeister ließen sich davon nicht entmutigen und regten die Händler dazu an, aktiv zu sein.

Vertreter aus Stadtrat und Verwaltung kamen hinzu

"Jedes Problem ist letztlich nur eine Herausforderung", meinte Wulf. Mit dem Verein als Lobby könne bei den entscheidenden Stellen auch mehr erreicht werden. Er freute sich, dass das städtische Amt für Wirtschaftsförderung mit Leiterin Barbara Tüngler und einer Mitarbeiterin sowie der Stadtrat durch dessen Vorsitzenden Thomas Weise (CDU) vertreten waren. Als der Vorsitzende die mangelnde Verweilkultur in der Stadt beklagte, hakte Weise auch gleich ein. "Es kann doch nicht sein, dass ich beim Betreten eines Cafés als Erstes darauf aufmerksam gemacht werde, dass in fünf Minuten geschlosen wird", sagte er.

Einkaufen sei mittlerweile ein Event geworden, meinte Wulf. Es gehe nicht mehr allein darum, gezielt etwas zu besorgen, sondern dann auch noch zu schlendern, einen schönen Wein mitzunehmen oder einen Kaffee zu trinken. "Wir müssen uns an die eigene Nase fassen", forderte Baumeister, "wir müssen für Freundlichkeit und Service sorgen."

Zunächst steht für die Händler der Innenstadt der verkaufsoffene Sonntag am 21. September auf dem Programm. Wie viele Geschäfte sich an der Aktion, die unter der Führung des Kaufhauses Ramelow stattfinden, beteiligen werden, stand am Donnerstag noch nicht fest, zumal zahlreiche Händler auch nicht vertreten waren. "Sonnabend-Öffnungszeiten und verkaufsoffene Sonntage gehören zu unserem Geschäft dazu, um Kunden zu gewinnen", sagte Baumeister und erntete breite Zustimmung.

Fehlende Sauberkeit bemängelt

Am 21. September öffnen die Händler in der Zeit von 13 bis 18 Uhr anlässlich der Eröffnung des sanierten Winckelmannplatzes ihre Pforten. Der Platz allerdings ist in den Augen einiger nicht gerade ein Schmuckstück. "Die Sauberkeit lässt dort sehr zu wünschen übrig", bemängelte Wulf. Die Polizei müsste dort auch in den Abend- und Nachtstunden ein Auge drauf haben. "Da trifft sich doch die Unterwelt, da fährt die Polizei auch lieber eine andere Straße lang", meinte eine Händlerin.

Doch auch wenn es Kritik am Platz in der Mitte von Stendals Haupteinkaufsstraße gibt, die Kunden sollen einige Tage später zu einer zweiten besonderen Aktion in die Geschäfte gelockt werden. Am 2. Oktober wird zum Moonlight-Shopping eingeladen. Dann sollen möglichst viele Geschäfte bis 22 Uhr geöffnet haben. Einen Tag vor dem Feiertag erhoffen sich die Händler große Resonanz.