Stendal l Eltern in Stadtsee sind alarmiert, sorgen sich um ihre Kinder. In der vergangenen Woche wurde ein achtjähriges Mädchen von einem Mann auf der Plaza hinter dem Altmark-Forum angesprochen. "Das Mädchen hat sich sehr gut verhalten und ist weggelaufen", sagte Polizeisprecher Marco Neiß gestern gegenüber der Volksstimme. Als es sich nochmals umdrehte, war der Mann verschwunden. Am Donnerstag war die Mutter bei der Polizei und erstatte Anzeige. "Es handelt sich hierbei um einen Fall von verdächtigem Ansprechen von Kindern wie das offiziell heißt", erklärte er.

Die Achtjährige gab bei der Polizei eine ziemlich konkrete Personenbeschreibung ab, die Neiß hoffen lässt, dass der Täter gefunden wird. Der Mann wird folgendermaßen beschrieben:

- 1,70 Meter
- schlank
- blaue Jacke mit Kapuze
- Jeans
- Turnschuhe
- Tätowierung an der rechten Hand

Auf Facebook machten Warnhinweise schnell die Runde. Im sozialen Netzwerk wird von mehreren verdächtigen Fahrzeugen gesprochen, unter anderem ist von einem orangefarbenen Pkw und einem weißen Transporter die Rede. Auch auf der Facebookseite der Volksstimme sind Nachrichten eingegangen. Marco Neiß hat Verständnis, macht aber darauf aufmerksam, dass Posts im Internet nicht der erste Schritt sein sollten, um auf etwas Kriminelles aufmerksam zu machen.

"Wenn wir nichts Greifbares an die Hand bekommen, können wir nichts unternehmen", sagte er. Er appelliert an die Eltern, so bald wie möglich zur Polizei zu kommen, wenn ihren Kindern etwas Ähnliches widerfährt wie der Achtjährigen.

Informationsmaterial für Kinder und Erwachsene

Bei der Polizei ist Informationsmaterial erhältlich, dass unter anderem kindgerecht erklärt, wie sie sich vor Kriminellen schützen können. "Sag deinen Eltern oder Lehrern, mit wem du wohin gehst", heißt es in dem Faltblatt "Tipps für Kids" und: "Glaube es nicht, wenn jemand sagt, deine Eltern hätten ihn geschickt". Mit drei Schlagworten wird das richtige Verhalten zusammengefasst: Nein sagen! Weglaufen! Es jemandem erzählen! "Ganz wichtig ist, das Kinder wissen, dass Bauchschmerzengeheimnisse keine guten Geheimnisse sind", gibt Neiß einen weiteren Ratschlag.

Eine ebenso wichtige Rolle wie die Kinder spielen natürlich die Erwachsenen, ob Eltern oder Erziehungsverantwortliche. Auch für sie hält die polizeiliche Prävention ein Informationsblatt bereit. Neben Hinweisen zur Vorbeugung enthält es auch Anhaltspunkte für die Gesprächsführung durch eine Vertrauensperson (siehe Kasten).

Ein Leitfaden wird den Eltern außerdem an die Hand gegeben, ist sogar rot gedruckt: "Nehmen Sie Ihr Kind ernst, auch bei Verdacht der Unglaubwürdigkeit, denn auch dafür muss es eine Ursache geben."