Die Steuerung der Obermaschinerie im Theater der Altmark hat ihre besten Zeiten hinter sich. Der Mechanismus, der Bühnenbilder und Vorhang in Bewegung hält, wird nun für 339000 Euro erneuert. Theater und Stadtverwaltung haben die Vergabe des Auftrags bestätigt.

Stendal l Bis zum Ende der Ausschreibungszeit im Juli haben sich nach Angaben des Theaterintendanten Alexander Netschajew mehrere Unternehmen um den Auftrag beworben. Erhalten hat ihn eine Firma, "die nicht nur das günstigste Angebot gemacht hat, sondern auch nach internen und externen Überprüfungen als geeignet gilt", so Netschajew weiter.

Im Februar starten die Arbeiten im Großen Haus. Das wird den Spielbetrieb teilweise beeinträchtigen. "Wir werden versuchen, auf andere Spielstätten auszuweichen, soweit das möglich ist", sagt Netschajew. "Aber wir werden auch damit leben müssen, dass wir kleinere Einbußen haben werden. Das ist dann nicht zu ändern. Dafür können wir hinterher ja wieder aus den vollen schöpfen."

Defekte Anlage fordert Geduld, Zeit und Geld

Notwendig sind die Sanierungsarbeiten an der Obermaschinerie seit langem, sagt Andreas Lerch, technischer Direktor des Stendaler Theaters der Altmark. Die Anlage, mit der der Vorhang und die Bühnenbilder gesteuert werden, feiert mittlerweile ihren 19. Geburtstag. Sie ist schon fast ein Oldtimer, zumindest im technischen Sinne. Dieser Oldtimer wird jetzt erneuert.

"Wir sind froh, dass es jetzt endlich voran geht", betont Lerch. Nicht nur, dass einzelne Steuerelemente seit geraumer Zeit nicht mehr funktionieren. Die defekte Anlage entsprach auch schon lange nicht mehr den vorgegebenen Sicherheitsbestimmungen. "Deshalb darf niemand mehr die Bühne betreten, wenn zum Beispiel die Kulissen bewegt werden."

Nicht nur Techniker, auch Schauspieler und Musiker haben sich diesem Zustand angepasst und mussten noch mehr ein eingespieltes Team sein, als sie es ohnehin schon sind. "Es muss eingeplant werden, wann welches Bühnenbild erscheinen soll, damit dann niemand auf der Bühne ist. Im Normalfall sind das fließende Prozesse, aber bei uns ist das ein organisatorischer Aufwand, der auch Zeit kostet. Und Zeit ist ja bekanntlich Geld", sagt Netschajew.

Geld ist vor allem der Grund, warum das Theater so lange mit der veralteten Technik leben musste. Knapp 500000 Euro wurden für die Erneuerung von Pult, Software, Kabel und Elektrik veranschlagt. In Zeiten stetiger Kürzungen im Kulturbereich eine unaufbringbare Summe.

"Jetzt haben wir einen Vertrag mit der Stadt, der bis 2018 geht. 500000 Euro stehen uns in dieser Zeit pro Haushaltsjahr zur Verfügung", sagt Netschajew. Mit den 339000 Euro, die die Arbeiten jetzt kosten, bleibt dem Theater sogar noch Luft für andere Maßnahmen.

Alexander Netschajew ist froh, dass es endlich voran geht und vor allem, "dass das Damokles-Schwert nicht mehr über uns schwebt. Bald können wir wieder kreativer arbeiten, darauf freuen wir uns schon."

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