Stendal l Zu ihrer ersten Sprechstunde luden die beiden Regionalbereichsbeamten Janet Dall und Bernhard Seeländer am Dienstagnachmittag ins Stendaler Rathaus ein. Ratsuchende Bürger fanden sich dort nicht ein, allerdings sind die beiden Polizisten davon überzeugt, dass ihr Angebot einfach erst noch bekannt werden muss.

Allein der sperrige Name geht vielen noch nicht so leicht über die Zunge, auch die polizeiinterne Abkürzung RBB ist noch nicht im allgemeinen Sprachgebrauch gelandet. Eher wird dann schon der aus DDR-Zeiten stammende Begriff ABV (Abschnittsbevollmächtigter) gebraucht. Der ist zwar nicht mit den Regionalbereichsbeamten gleichzusetzen, aber das ist für Dall und Seeländer kein entscheidender Punkt.

"Wenn sich die Menschen darüber freuen, dass wieder jemand zu Fuß in der Stadt unterwegs ist, sind wir doch auch zufrieden", sagt die Polizeiobermeisterin. Zusammen mit zwei Kollegen sind die beiden für die Stadt Stendal und ihre Ortsteile zuständig. So gehören für sie Streifengänge auf der Breiten Straße in der Hansestadt genauso zur Arbeit wie der Besuch von Gemeinderäten oder Schulklassen. "Es geht darum, unser Gesicht zu zeigen, uns bei den Bürgern bekannt zu machen und ihre Sorgen anzuhören", zählt Dall auf. Lange dauert es nicht, bis die beiden angesprochen werden, wenn sie in der Stadt unterwegs sind. Das kann ein einfaches Gespräch oder auch ein konkretes Anliegen sein. "Da kommt dann jemand auf uns zu und sagt, dass ihm gerade das Fahrrad gestohlen wurde", nennt Dall ein Beispiel. Dann können sich die beiden auch der Sache annehmen, sie sind zuständig. Wenn sie auch nicht im Revier sitzen, so sind sie doch "ganze Polizisten", wie sie sagen.

Und leichter anzusprechen als ihre Kollegen, die in einem Streifenwagen sitzen. "Die haben einen bestimmten Auftrag , sind im Einsatz und können sich nicht um etwas Anderes kümmern", erklärt Seeländer.

Am Dienstag waren die beiden Polizisten auch in Stadtsee unterwegs. Der Fall eines Mannes, der ein achtjähriges Mädchen hinter dem Altmark-Forum angesprochen hat, ist dort immer noch Gesprächsthema. So hatten die zwei Polizisten auch passendes Informationsmaterial mitgenommen.

Damit waren sie dann auch am Nachmittag im Rolandzimmer ausgerüstet. Doch sie warteten vergebens auf ratsuchende Bürger. Dennoch soll an der Sprechstunde festgehalten werden. "Auch das muss sich wahrscheinlich erst rumsprechen", sagen sie. So haben sie auch am kommenden Dienstag in der Zeit von 14 bis 16 Uhr offene Ohren.