Die Möglichkeiten, über Facebook und Co. für die eigene Firma zu werben, sind ebenso vielseitig wie die Risiken. Die Skepsis scheint bei vielen altmärkischen Unternehmen zu überwiegen. Aber es gibt auch positive Beispiele.

Stendal l Zwei- bis dreimal die Woche veröffentlicht Jeanett Czinzoll Neuigkeiten der Stendaler Feinmechanikwerkstatt Zorn Instruments auf der Internetseite des Unternehmens. Die Artikel stellt sie zugleich in das soziale Netzwerk Facebook. Dort hat die Firma seit 2011 ein Profil. Jeanett Czinzoll ist beim Unternehmen Zorn für das Marketing zuständig, die Arbeit mit sogenannten Neuen Medien wie Facebook oder Youtube gehört seit einiger Zeit zu ihren alltäglichen Aufgaben.

"Das Feedback ist bis jetzt positiv. Den Kunden gefällt das", sagt sie und spielt damit auf die 119 "Likes", zu Deutsch "Gefällt-mir-Klicks" an, die das Firmenprofil aktuell verzeichnet. "Das ist für ein mittelständisches Unternehmen okay, zumal wir bei Facebook nur bestimmte Geschäftspartner erreichen wollen", erklärt Czinzoll.

Die Inhalte stimmt sie mit der Geschäftsführung ab. "Wir passen auf, dass nicht zu viel Internes nach außen dringt", sagt Werksleiter Ronald Könnecke. Einige Sachen gingen die Kunden und besonders die Konkurrenz nichts an. Im Vorfeld habe man sich über gesetzliche Bestimmungen in den Netzwerken informiert. Mit der Internetseite sowie dem Facebookprofil will die Firma Zorn Instruments in erster Linie über das Unternehmen informieren. In Youtube-Videos sind Anleitungen für den Gebrauch einiger Maschinen zu sehen. "Neu ist eine App, die Messdaten der Maschine auf das Tablet überträgt", informiert Ronald Könnecke.

Direkter Austausch mit Kunden möglich

Auch die Stendaler Landbäckerei ist eifrig auf Facebook unterwegs. Um die Beiträge, neudeutsch Posts, kümmert sich neben Geschäftsführer Andreas Bosse vor allem Christin Gessert. Sie ist für die Öffentlichkeitsarbeit der Bäckerei zuständig. "Wir können direkt auf Anregungen und Beschwerden reagieren. Das kommt gut bei den Kunden an", sagt sie.

Die Seite muss laut Gessert regelmäßig gepflegt werden, sonst bringe das Angebot nichts: "Man muss die Kunden schon bei Laune halten. Wir veranstalten auch Gewinnspiele über Facebook." Kritik im Netz nimmt die Landbäckerei ernst. "Auf einige Posts reagieren wir sofort", erklärt Christin Gessert. So habe das Unternehmen zum Beispiel Stellung dazu bezogen, dass eine Filiale nach einem Überfall auf Wunsch der Verkäuferinnen trotzdem geöffnet blieb.

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