Mittlerweile steht das ehemalige Uppstall-Kaufhaus an der nördlichen Breiten Straße seit fast drei Jahren leer. Jüngster Interessent war die Kaufhauskette Woolworth. Doch die Verhandlungen scheiterten, die Preisvorstellungen lagen offenbar zu weit auseinander.

Stendal l Als das Kaufhaus Uppstall eröffnete, hatte die nördliche Breite Straße ihren Magneten bekommen. Nach der Schließung Ende 2011 ging dieser Anreiz verloren, und der leerstehende Komplex und die gesperrte Parkhauseinfahrt spiegeln die Tristesse wider, die viele Kunden und Händler am nördlichen Bereich der Einkaufsstraße beklagen.

Parkhaus spielt wichtige Rolle

Eine Zeitlang hatte wohl ein Elektronikmarkt Interesse an dem Kaufhaus, auch von einer Ladenkette und einer Gruppe von Ärzten war die Rede, doch zu einem Vertragsabschluss kam es nicht. Nun hatte die Kaufhauskette Woolworth Interesse gezeigt. Doch die Verhandlungen platzten. "Leider werden wir nicht auf der Fläche des ehemaligen Uppstall-Kaufhauses eröffnen", sagte Marie-Christin Schröder, Referentin für Unternehmenskommunikation, auf Anfrage der Volksstimme. Das sei an unterschiedlichen Kostenvorstellungen gescheitert.

Dabei wäre Stendal ein reizvoller Standort gewesen. "In der Umgebung sieht es recht mau aus, unsere nächste Filiale ist 50 Kilometer entfernt", sagte die Unternehmenssprecherin. Außerdem sei Woolworth derzeit ganz stark auf Expansionskurs und suche ganz aktiv nach neuen Standorten. Auch von den Voraussetzungen wäre das Uppstall-Kaufhaus mit seinen 4000 Quadratmetern Fläche geeignet gewesen. Woolworth sucht Geschäfte mit einer Fläche ab 600 Quadratmetern in Städten mit mindestens 20000 Einwohnern. Es gibt noch einen Interessenten, der auf einem Teil der Fläche ein Fitnessstudio betreiben, vor Vertragsunterzeichnung aber keine Einzelheiten nennen will.

Sandro Wulf, Vorsitzender des Vereins Stadtmarketing Stendal, bedauert sehr, dass sich wieder kein Mieter für den Kaufhauskomplex gefunden hat. "Das hätte eine Belebung nicht nur für die nördliche, sondern für die gesamte Breite Straße bedeutet", sagte er im Gespräch mit der Volksstimme. Allein dem Parkhaus misst er dabei eine wichtige Bedeutung zu. "Die Kunden stellen dort ihr Auto ab und kommen dann auch an anderen Geschäften in der Straße vorbei", meinte er. Somit würde die Achse geschlossen. Ein vernünftiger Betreiber bedeute einen Anziehungspunkt, der nicht nur Stendaler, sondern auch andere Altmärker in die Innenstadt locken würde.