Basteln, malen, tanzen oder mit dem Feuerwehrschlauch spritzen - am Sonnabend konnten sich die Jüngsten künstlerisch betätigen. Das alljährliche Familienfest fand anlässlich des Weltkindertages statt.

Stendal l Zunächst sah es am Sonnabend danach aus, als würde das diesjährige Kinder- und Familienfest der Hansestadt aufgrund des Regens ins Wasser fallen. Doch pünktlich zu Beginn der Veranstaltung um 14 Uhr wurde das Wetter freundlicher und so kamen zahlreiche Familien zum Mönchskirchhof, wo sie ein buntes Bühnenprogramm und Kreativstände erwarteten.

Anlass für das Fest war der Weltkindertag, nicht zu verwechseln mit dem Internationalem Kindertag (1. Juni). "Im November feiern wir 25 Jahre Kinderrechte", sagte Sigrid Nellessen vom Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF). Ihre Organisation kämpft unter anderem dafür, dass die Kinderrechte mit in das deutsche Grundgesetz aufgenommen werden.

Stendal bietet Kindern Entfaltungsmöglichkeiten

Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU), der den Familientag eröffnet hatte, betonte, dass Kinder neben Rechten auch Pflichten haben: "Sie müssen sich ins Gemeinwesen integrieren und Schule als Lebenschance sehen." Besonders freue ihn, dass an den Bildungseinrichtungen der Stadt die Integration von Kindern mit ausländischen Wurzeln gut funktioniere. Nachholbedarf der Stadt in Sachen Kinderrechte sieht Schmotz nicht. "Stendal hat zahlreiche Freizeit- und Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche parat", sagte er.

Für die kleinen Besucher, aber auch für ihre Eltern stand der Spaß im Mittelpunkt des Familienfestes. An insgesamt 21 Ständen gab es neben Süßigkeiten und Bratwurst zur Stärkung auch so manche Mitmachaktion. An Schminkstationen konnten sich die Kinder bunte Motive auf das Gesicht zaubern lassen, beim Basteln ihr Geschick mit der Schere unter Beweis stellen und an den Wasserschläuchen der Freiwilligen Feuerwehr Stendal mal so richtig Druck ablassen.

Auf der Showbühne gab es Tanz, Theater und Akrobatik zu sehen. "Der Familientag hat sich in Stendal als eine feste Veranstaltung etabliert", sagte Klaus Schmotz. Wie jedes Jahr gebe es für Kinder und Erwachsene gute Möglichkeiten, sich künstlerisch auszutoben.

Am UNICEF-Stand von Sigrid Nellessen wurde aber auch über ernste Themen wie Kinderarmut oder Gewalt in Familien gesprochen. "Bis zu 15 Prozent der Kinder in Deutschland sind von Armut betroffen", erklärte Nellessen. Sie nahm am Sonnabend auch unter dem Motto "Augen auf für Kinder" Türschilder entgegen. Darauf hatten Kinder geschrieben, was ihnen in Stendal gefällt und was nicht.

   

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