Am Sonntag, 28. September, wird im Stendaler Dom die Matthäuspassion von Bach aufgeführt. Der Domchor bereitet sich seit Jahresbeginn auf dieses in mehrerer Hinsicht ganz besondere Konzert vor.

Von Donald Lyko

Stendal l Sie gehört zwar in den Frühling, in die Passionszeit, doch für ein fast dreistündiges Orchesterwerk wie die Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach ist es zu dieser Jahreszeit im Stendaler Dom einfach zu kalt. "Darum führen wir sie im September auf", sagt Domkantor Johannes Schymalla. Doch nicht nur der Zeitpunkt ist etwas Besonderes, sondern auch die Aufführung selbst. "Wir als Domchor wollten mal wieder dieses Bach-Oratorium singen, das gab es zuletzt vor fast 30 Jahren", erklärt der Domkantor. Und in nächster Zeit wird es eine Aufführung dieses Werkes wohl auch nicht noch einmal in Stendal geben, ist er sich sicher.

Erzählt wird die Leidensgeschichte Jesu am Sonntag, 28. September, ab 17 Uhr. Seit Januar probt Johannes Schymalla, der die Gesamtleitung hat und die Aufführung dirigieren wird, mit dem Domchor, "weil es ein langes Werk ist". Seit drei, vier Monaten wird auch mit dem Kinderchor geübt. Am Sonnabend reisen dann alle Mitwirkenden an, um gemeinsam für die Veranstaltung am Sonnabend zu proben. Es wirken zirka 110 Sänger sowie 35 Orchestermusiker mit.

Die fünf Solisten gehören zur "ersten Garde"

Für die Aufführung mit "sehr theatralischen Elementen", so Schymalla, wird der Domchor zweigeteilt - statt vier gibt es damit acht Stimmen -, auch das Orchester teilt sich auf. Zu hören sein wird die Merseburger Hofkapelle. "Mit ihr ist erstmals im Dom ein Orchester mit historischen Instrumenten zu hören", freut sich Johannes Schymalla über die Zusammenarbeit. Gambe, Laute, Travers- und Blockflöten und diverse Oboen gehören zu diesen Instrumenten, die für einen speziellen Klang sorgen. Das Konzert bietet die Gelegenheit, die Matthäuspassion im Klang seiner Entstehenszeit zu hören. Zum Ensemble gehören fünf Solisten, die Domkantor Schymalla mit "erste Garde" und "international besetzt" beschreibt. Zu hören sein werden Katherina Müller (Sopran), Susanne Krumbiegel (Alt), Martin Petzold (Tenor), Andreas Scheibner (Bass) und Matthias Weichert (Bass). Martin Petzold zum Beispiel, der den Evangelistenpart übernimmt, hat diese Partie weltweit mit den besten Chören und Dirigenten gesungen.

Bachs Matthäuspassion, die bekannteste Passionsvertonung der Musikgeschichte, wird im Rahmen des 19. Altmärkischen Musikfestes auf die Bühne gebracht. Karten zum Preis vom 18 Euro und ermäßigt 15 Euro können heute und am Donnerstag zwischen 10 und 12 Uhr im evangelischen Gemeindebüro erworben sowie unter Telefon 03931/212136 vorbestellt werden. Bestellungen nimmt zudem Gitta Paskamp, Telefon 03931/716912 (zwischen 10 und 18 Uhr), entgegen.