Stendal (dly) l Die Fraktion Die Mitte - SPD/FDP/Piraten möchte das Leseverhalten junger Stendaler fördern - und dies mit Einsparungen bei Aufwandsentschädigungen und beim Sitzungsgeld finanzieren. Darum schlägt die Fraktion vor, dass die aktuellen Sätze für Aufwandsentschädigung und Sitzungsgeld bestehen bleiben und nicht erhöht werden, was gesetzlich möglich ist und demnächst beraten werden soll. Das Geld, das dadurch - aber auch durch die Verkleinerung des Stadtrates mit der neuen Wahlperiode - eingespart wird, sollte allen Kindern bis 16 Jahren die gebührenfreie Nutzung der Stendaler Bibliothek ermöglichen.

Die Fraktion hat dies in einem Antrag formuliert, der am Montag im Hauptausschuss diskutiert wurde - und auf Antrag von Hardy Peter Güssau, Vorsitzender der Fraktion CDU/Landgemeinden/Grüne, mehrheitlich zur Beratung an den Fachausschuss verwiesen wurde. Die Idee, mehr Kinder für die Bibliothek und fürs Lesen zu begeistern, fand fraktionsübergreifend Zustimmung.

Rund 750 Kinder nutzen derzeit die Bibliothek

Thomas Weise (CDU) würde das Geld, das nach diesem Vorschlag zur Verfügung stehen würde, der Bibliothek aber eher direkt für Veranstaltungen, zum Beispiel Lesungen, zur Verfügung stellen. Dass die Kinder bis 14 Jahre derzeit eine Jahresgebühr von 2,50 Euro zahlen, sehe er nicht als Problem. Dem stimmte Hardy Peter Güssau zu und ergänzte, dass der Förderverein Bücher- freu(n)de der Stadtbibliothek für die Erst- und Zweitklässler diese Gebühr ohnehin übernimmt. Den Ansatz, das Leseverhalten der Kinder zu fördern, unterstütze er gern.

Die Mitte-Fraktion habe mit dem Antrag ein Zeichen setzen wollen, was mit dem höheren Fraktionsgeld gemacht werden könnte, erklärte Marcus Faber (FDP). Die Jahresgebühr zu streichen, "würde Kindern die Hürde nehmen, die Bibliothek zu nutzen". Linke-Fraktionschef Joachim Röxe signalisierte Zustimmung: "Der Antrag geht in die richtige Richtung."

Laut Antrag nutzen derzeit zirka 750 Kinder bis 14 Jahre die Stadtbibliothek. Hinzu kommen rund 200 Nutzer im Alter von 15 bis 24 Jahren (Jahresgebühr 7,70 Euro). Die Fraktion Die Mitte - SPD/FDP/Piraten hat errechnet, dass sich bei einer Gebührenbefreiung der Nutzer bis 16 Jahren die Einnahmen um zirka 3000 Euro verringern würden - unter dem Strich geschätzt etwa ein Zehntel des Betrages, der bei Beibehaltung der Aufwandsentschädigungen und Sitzungsgelder eingespart werden würde.