Die Lindenallee im Bölsdorfer Ortsteil Köckte ist eine geschützte Allee. Allerdings ist etwa die Hälfte der Bäume nicht mehr da. Sie wurde gefällt. Ortsbürgermeister Dieter Melzer fordert seit längerer Zeit einen kompletten Kahlschlag und die Pflanzung junger Linden.

Köckte l "Wir kommen jetzt wieder in die Zeit der Herbststürme", sagte Dieter Melzer, Ortsbürgermeister von Bölsdorf, während der jüngsten Bauausschusssitzung. "Seit drei oder vier Jahren tut sich nichts mehr im Bezug auf unsere Lindenallee in Köckte. Sie ist zu 50 Prozent gefällt. Unser Wunsch ist es, sie komplett zu fällen und durch neue Linden zu ersetzen", betonte er. Um sich ein Bild von der Situation zu machen, lud Melzer die Bauausschussmitglieder und gern auch Vertreter des Landkreises nach Köckte ein.

Dieser Einladung werden nun in der nächsten Woche zumindest Tangermündes Bauhofleiter Bodo Hensche und eine Mitarbeiterin des Umweltamtes des Landkreises Stendal nachkommen. Wie Hensche auf Anfrage mitteilte, müsse bei allem, was an der geschützten Allee in Köckte geplant sei, der Landkreis mit ins Boot geholt werden. Deshalb wolle er der Mitarbeiterin die Situation vor Ort erläutern. Sie solle sich die Bäume anschauen.

Die Stadt Tangermünde sei als Eigentümerin dieser Allee in der Pflicht, wenn es um die Verkehrssicherung gehe. Wenn von den Bäumen also eine Gefahr ausgehe, müsse gehandelt werden. Und diese Gefahr sieht vor allem Dieter Melzer, wenn die Zeit kommt, in der Stürme über das Land fegen.

"Wir können aber nicht einfach Bäume fällen, nur weil bei einem Sturm ein Ast abfiel", machte Tangermündes Bürgermeister Rudolf Opitz deutlich. Erst wenn festgestellt werde, dass die Substanz nicht mehr die beste sei, der Baum eine Krankheit habe, könne er gefällt werden. "Vorher nicht."

Die Forderung Melzers gründet auf einer Situation, die mittlerweile mehr als sieben Jahre zurückliegt. Damals fegte das Orkantief Kyrill übers Land und entwurzelte mehrere Linden in der Köckter Allee. Als die Bölsdorfer Kameraden in jener Nacht einen Baum zur Seite nehmen wollten, um die Straße wieder frei zu machen, krachte ein weiterer um. "Die Wehr zog sich zurück. Es war einfach zu gefährlich", erinnerte sich Dieter Melzer jetzt noch einmal an die stürmischen Stunden des 19. Januar 2007. Niemand kam damals in Köckte zu Schaden.

Doch in der Folge wurde Ende Februar 2007 in einer groß angelegten Aktion mit Wehren aus mehreren Orten, dem THW und einem Forstunternehmen des Ortes etwa die Hälfte der großen Linden gefällt. Seitdem forderte der Ortsbürgermeister allerdings regelmäßig eine Fällung der anderen Linden und eine Neuanpflanzung.