Ein sehenswertes Naturschauspiel bietet sich dem Vorbeifahrenden derzeit am Ortsausgang von Birkholz. Wie Pilzfachmann Dieter Roloff aus dem Ort berichtet, ist der imposante Schwefelporling, der nach einem Sturmschaden gesprossen war, kein reiner Schädling, sondern auch ein guter Speisepilz.

Birkholz l Leuchtend gelb wächst aus dem leicht rötlichen Holz der großen alten Robinie an der Tangerhütter Straße ein gut sichtbares Pilzgebilde. Der Pilz war nach dem Wegbrechen eines Astes als Sturmfolge im August nur wenige Wochen später gewachsen. Und er hat inzwischen beachtliche Ausmaße erreicht.

Auf den ersten Blick wirkt die dachziegelartig angelegte Konstruktion fast wie ein großes Insektennest. Bis zu 400 Hüte des Schwefelporlings seien bereits an einem Stamm gefunden worden, erzählt Dieter Roloff.

Dabei ist der Pilz, der nach Informationen des Birkholzer Pilzberaters auch an Eichen, Pappeln, Weiden oder Obstbäumen wachsen kann, durchaus ein guter Speisepilz. Jung sei das Fleisch des Schwefelporlings, der im Alter leuchtendgelb wird, noch weich und saftig, erst später werde der Pilz zäh und trocken und ließe sich dann leicht zerreiben, erzählt der Rentner.

Der Pilz duftet stark und schmeckt herbsäuerlich, allerdings sind nur die jungen Pilzteile verwendbar. Roloff, der selbst viele Fachbücher zur Heimat- und Naturkunde besitzt, in denen schon frühere Generationen ihre Erfahrungen niederschrieben, rät dazu, den Pilz vor der Zubereitung kurz in siedendes Salzwasser zu legen, ihn "abzuwellen", wie er sagt.

Dadurch soll der herbe Geschmack verschwinden. Gebraten und mit Pfeffer gewürzt oder auch als Pilzklops und -schnitzel verarbeitet sei der Schwefelporling köstlich. In jüngerer Zeit wird allerdings oftmals zur Vorsicht geraten, weil manche Menschen allergisch auf diesen Pilz reagieren können.

Für den Baum, an dem der Schwefelporling wächst, ist der aber keine gute Sache. Denn der Schwefelporling ist ein Parasit und ein Braunfäuleerreger. Dieter Roloff ist seit mehr als 37 Jahren als ehrenamtlicher Pilzberater tätig und hat schon so manchen Pilz mit Seltenheitswert zu Gesicht bekommen.

Von dem Schwefelporling in seinem Heimatort ist der 76-Jährige selbst beeindruckt und wenn dieser nicht ganz so hoch gewachsen wäre, dann wäre er sicher schon in seiner Pfanne gelandet.