Stendal l "Die Altmark wird in den kommenden Jahren bis zu 40 Prozent an Einwohnern verlieren. Die hiesigen Unternehmen brauchen Menschen, die aus dem Ausland zu uns kommen", sagte der Geschäftsführer der Stendaler Arbeitsagentur, Markus Nitsch, am Donnerstag bei der Aktionsbörse "Meine Stärken - Ihr Gewinn". Die Aktionsbörse für Menschen mit Migrationshintergrund, die das Jobcenter Stendal erstmalig organisiert hatte, fand im Stendaler Innovations- und Gründerzentrum (IGZ) statt.

Die Veranstaltung war gut besucht, bei Verständigungsschwierigkeiten halfen Sprachexperten der Volkshochschule. Insgesamt sieben Unternehmen aus dem Landkreis Stendal standen zahlreichen Besuchern mit Migrationshintergrund für Gespräche offen. Darunter auch das Hotel und Restaurant Exempel aus Tangermünde. "Der Fachkräftemangel macht sich in der Gastronomie besonders bemerkbar. Darum suchen wir ständig Verstärkung", erklärte Exempel-Personalerin Stefanie Schaffel.

An ihren Tisch gesellten sich auch die 17-jährige Elvira aus dem Kosovo und die 16-jährige Elmira aus Afghanistan. Beide besuchen derzeit die Stendaler Komarow-Schule. Danach können sie sich eine Lehre im Hotel- und Gaststättengewerbe vorstellen. Auch Faoat Mirza aus Syrien sprach mit Stefanie Schaffel. Er ist gelernter Koch.

548 Migranten sind im Landkreis ohne Job

"Menschen mit Migrationshintergrund bringen ungeahnte Potentiale mit", sagte Stendals Jobcenter-Geschäftsführerin Marion Emmer. Knapp 80 Prozent der 548 Arbeitssuchenden mit Migrationshintergrund im Kreis Stendal hätten einen Schulabschluss, 47 Prozent sogar einen Berufsabschluss. "Arbeitgeber müssen sensibler für diese Potentiale werden", betonte Emmer. Vorurteile dürften keine Rolle spielen.