"Drei Bäume für Deutschlands Einheit". Die Idee dazu hatte die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Die Schirmherrschaft über die bundesweite Aktion übernahm die Bundeskanzlerin. Das Pflanzen der drei Stendaler Einheitsbäume am Sonnabend war alles andere als eine politische Protokollveranstaltung.

Stendal l Mehrere Dinge sind es, die Stendals Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) für die Idee einnahmen, drei Bäume als Symbol für Deutschlands Einheit zu pflanzen. Vor allem aber sei es die Tatsache, dass es sich um ein lebendiges, wachsendes Denkmal handelt, wie Schmotz sagte.

Eine Kiefer als typisch ostdeutscher Baum, eine Buche als Symbol für den Westen Deutschlands und eine Eiche als vereinendes Element. Um diese drei zu pflanzen, begrüßte der Stendaler Oberbürgermeister am Sonnabend rund 50 Gäste, darunter 20 aus Stendals Parterstadt Lemgo, auf dem Grün vor der Diesterwegschule zwischen Ostwall und Parkstraße. Ein würdiger Platz, um ihn 25 Jahre nach der Überwindung der deutschen Teilung mit so einem Denkmal zu schmücken, sagte Stendals OB und wünschte diesem Symbol, dass es auch in 50 Jahren noch wachsen und künftigen Generationen im Bewusstsein bleiben möge.

Für die stellvertretende Bürgermeisterin der Partnerstadt Stendals, der Alten Hansestadt Lemgo, Veronika Sauerländer, war die symbolträchtige Pflanzaktion eine sichtlich emotionale Sache und Gelegenheit, sich zu bedanken. Bei den Menschen, die eine Einheit Deutschlands möglich machten, bei denen, die sie gestalteten und bei denen, die schon vor der Deutschen Einheit die Vision einer Städtepartnerschaft hatten. "Hätte es diese Menschen und deren Engagement nicht gegeben, dann würde ich Sie alle nicht kennen und würde heute nicht hier in Stendal sein."

Zu diesen Visionären gehörte ein Mann, für den seit Sonnabend unweit des Stendaler Einheitsbäume-Dreiecks ein vierter Baum wächst: Reinhard Wilmbusse. Der Anfang dieses Jahres verstorbene ehemalige Lemgoer Bürgermeister, hatte 1988 die Vision einer Städtepartnerschaft, suchte Mitstreiter und machte mit ihnen diesen Traum wahr - ein Jahr vor dem Mauerfall.

26 Jahre später wird die Partnerschaft zwischen der Hansestadt Stendal und der Alten Hansestadt Lemgo von den beiden Seiten und vor allem den Mitgliedern beider Partnerschaftsgesellschaften in Stendal und Lemgo gepflegt und gelebt.

Die Linde zum Gedenken an Reinhard Wilmbusse pflanzten die beiden Partnerschaftsgesellschaftsvorsitzenden Torsten Buncer (Lemgo) und Steffen Tank (Stendal) gemeinsam mit Wilmbusses langjährigem Stendaler Bürgermeisterkollegen Volker Stephan. Eine Linde ist es, weil sie über die Jahrhunderte als ein Friedensbaum galt und auch die starke Frau an Wilmbusses Seite Linde hieß, begründete Torsten Buncer die Wahl dieses Baumes. Eine solche Wilmbusse-Linde war übrigens tags zuvor auch in Lemgo gepflanzt worden, gespendet von den Mitgliedern der Stendaler Partnerschaftsgesellschaft.