Stendal l Weil er seine Nachbarin mit deftigen Schimpfworten beleidigt hat, ist ein 50-jähriger Hauseigentümer aus einem Ort bei Stendal vom Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 400 Euro verurteilt worden. Damit bestätigte Strafrichterin Petra Ludwig einen zuvor ergangenen Strafbefehl in selber Höhe, gegen den der Angeklagte Einspruch eingelegt hatte.

Daraufhin war es zur Verhandlung am Amtsgericht gekommen. "Ich habe nichts gemacht", gab der Angeklagte zum Prozessauftakt an. Es hätte auch keinen Stress mit den Nachbarn gegeben. Doch sowohl die betroffene Nachbarin als auch deren Ehemann bestätigten die gefallenen Worte: "Drecksau, Schlampe, dreckiges Pack...". Es stellte sich heraus, dass die Parteien wohl schon längere Zeit über Kreuz liegen. "Unsere Kinder haben Angst vor ihm und trauen sich nicht allein am Nachbargrundstück vorbei", sagte die Nachbarin als Zeugin aus. Sie und ihr Mann fühlten sich vom Angeklagten in ihrer Intimsphäre gestört, weil er von einem Seitenfenster seines Hauses ständig ihren Hof beobachte, er wiederum bezichtigte das Paar des Diebstahl eines Steines aus seiner Hauswand. Es gab wohl wechselseitig Anzeigen. Vor dem Schiedsgericht trennten sich die Beteiligten ergebnislos. Der Ehemann der Nachbarin sprach von einer "unerträglichen Lage". Mit einem anderen Nachbarn befindet sich der Angeklagte ebenfalls im Streit, wie sich im Verlauf der Verhandlung herausstellte.

Geld oder Gefängnis

Für Amtsrichterin Ludwig war die Beweislage klar. Sie sah "keine Veranlassung, an den Worten der Nachbarn zu zweifeln". Weil die Beleidigung "nicht sehr erheblich" war, habe sie es bei der "geringen Strafe" aus dem Strafbefehl belassen. Ersatzweise könne er die Geldstrafe auch im Gefängnis absitzen, sagte sie zum Angeklagten. "Dann werde ich eben in den Knast gehen", waren daraufhin seine letzten Worte.